Wolfskinder heißt der Thriller des
schwedischen Autors John Ajvide Lindqvist, der bei Lübbe erschienen ist.
Beim Pilzesammeln macht
der ehemalige Schlagersänger Lennart einen grausigen Fund. Er entdeckt im Wald
einen vergrabenen Säugling. Das kleine Mädchen lebt noch. Den
ersten Schrei, den er von ihr hört, lässt ihn erstarren: Der
Säugling singt Töne, die reiner nicht sein könnten. Was für ein
Menschenkind hat er hier gefunden? Er nimmt es mit nach Hause und
versteckt es. Theres – so nennt er sie – soll Lennarts eigenen Lebenstraum
einer Musikkarriere erfüllen. Er will sie zu etwas ganz Großem machen,
ahnt dabei jedoch nicht, dass er sich das eigene Todesurteil ins Haus geholt
hat.
Wolfskinder ist
in vielerlei Hinsicht eine schreckliche Geschichte und man kann sie zweifellos
als seine bisher dunkelste bezeichnen. In Lindqvists Thriller gerät die Liebe
zu einem Monster. Die Geschichte geht auf einem hauchdünnen Drahtseil zwischen
Liebe und Angst. Es ist eine traurige, komplexe und zutiefst menschliche
Geschichte, die von zwei Mädchen handelt, deren Leben miteinander verstrickt
sind. Wolfskinder ist das erste Buch von John Ajvide Lindqvist, in dem
keine übernatürlichen Elemente vorkommen. Verglichen mit den früheren
Geschichten haben wir hier eine sich langsamer entwickelnde Geschichte, in der
sich Lindqvist entfalten kann. Beeindruckend wie der Autor über die
Verletzlichkeit und Einsamkeit schreibt: schrecklich und schön.
John Ajvide Lindqvist,
geboren 1968, ist aufgewachsen in Blackeberg, einem Vorort von Stockholm. Dort
leben auch die Helden seines weltweit erfolgreichen Romandebüts So finster
die Nacht, das für das internationale Kino verfilmt wurde. Der „schwedische
Stephen King“ (so die Zeitung Dagens Nyheter) begann seine Karriere als
TV-Stand-up-Comedian und widmet sich seit einigen Jahren mit großem Erfolg ganz
dem Schreiben von Thrillern mit Horrorelementen.. Er zählt zu den größten
Talenten der schwedischen Literaturszene und wurde 2008 mit dem
Selma-Lagerlöf-Preis ausgezeichnet.
Wolfskinder von John
Ajvide Lindqvist ist bei Lübbe erschienen.
(JK 01/12)

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