Der schwedische Autor Kjell Eriksson lässt in seinem
neusten Krimi Offenes Grab, der bei
dtv erschienen ist, die Ermittlerin Ann Lindell ihren letzter Fall aufklären.
Mit der Beschaulichkeit in dem vornehmen Viertel
Uppsalas ist es vorbei, als dem 85-jährigen Medizinprofessor Bertram von Ohler
der Nobelpreis verliehen wird. Besonders sein Nachbar, Universitätsdozent
Johansson, beobachtet misstrauisch das Treiben vor dem Haus des Preisträgers.
Eines Nachts landet ein Stein auf dessen Haus, und in seinem Briefkasten liegt
ein Totenschädel. Als aber ein junger Gärtner spurlos aus von Ohlers Garten
verschwindet, nimmt der Fall für Ann Lindell und ihr Team ungeahnte Ausmaße an.
Offenes Grab
ist ein würdiger Abschluss für
Kjell Erikssons Ann Lindell-Reihe, die zehn Bücher umfasst. Kjell Eriksson
meint, es sei nun alles über die alleinerziehende Ann Lindell aus seiner Sicht
geschrieben. Wie Mankell und Nesser hat Eriksson eine beeindruckende Werkreihe
geschaffen. Es gab natürlich den einen oder anderen Einbruch aber Erkisson hat
den erwarteten unvermeidlichen Abwärtstrend einer Reihe immer wieder in
Comebacks von Ann Lindell umdrehen können. Das charakteristische Merkmal seiner
Reihe war sein Blickwinkel aus der Arbeiterklasse, die Solidarität mit den
Schwächsten in der schwedischen Gesellschaft und Erikssons politisches
Engagement. So freut es auch, wenn dann mit dem Abschluss der Reihe, der Band Offenes Grab eines der stärksten Bücher
dieser Reihe ist. Es ist das Menschliche um den Fall herum, das die Stärke
ausmacht.
Kjell Eriksson, geboren 1953, lebt bei Uppsala und
arbeitete als Gärtner. Seine Kriminalromane wurden in Schweden mehrfach
ausgezeichnet, u. a. mit dem Krimipreis für Debütanten und 2002 als
Kriminalroman des Jahres. Mit Ann Lindell hat Eriksson eine außerordentlich
sympathische Serienheldin geschaffen. Seine Bücher sind in zahlreiche Sprachen
übersetzt.
Offenes Grab von Kjell
Eriksson ist bei dtv erschienen.
(JK 03/12)

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