Michal Hvorecky: Tod auf der Donau (Tropen)


In Michael Hvoreckys Roman Tod auf der Donau, erschienen bei Tropen, nimmt uns der Autor mit auf eine groteske Irrfahrt nach Osteuropa.

Achtzig Senioren auf einem Kreuzfahrtschiff zu bändigen, ist keine leichte Aufgabe. Vor allem dann nicht, wenn man nebenbei zwei Leichen entsorgen und seine Ex-Freundin verstecken muss. Eigentlich ist Martin Roy Übersetzer. Eigentlich. Denn dazu kommt er nicht als Reiseleiter einer Donau-Kreuzfahrt, in deren Verlauf so gut wie alles schiefgeht.

Michal Hvorecky verknüpft in seinem grotesken Ship-Movie die Geschichte Mitteleuropas mit persönlichen Schicksalen (und seinen eigenen Erlebnissen als Reisebegleiter). Dabei zeichnet er das Bild einer Generation, die wie Nomaden durch die Länder zieht, auf der Suche nach dem besten Job, der Erfüllung im Leben und so etwas wie Heimat. Tod auf der Donau ist deshalb vieles auf einmal: Abenteuerroman, Liebesgeschichte und Satire auf die Auswüchse des Tourismus. Und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an die Donau.

Michael Hvoreckys neuer Roman unterscheidet sich von seinen bisherigen. Im Gegensatz zu ihnen, wo er die Ästhetik des Schockierens pflegte, die sich auch insbesondere an jüngere Leser richtete, erzählt er hier eine glaubwürdige Geschichte und verzichtet auf schockierende Visionen des Lebens oder utopischen Szenarien für die nächste Generation. Mit Ironie und Übertreibung passt der Autor seine Sprache seiner Umgebung an. Im Grunde drückt damit Michael Hvorecky auch seine Liebe zum Fluss Donau aus.

Michal Hvorecky, geboren 1976, lebt in Bratislava. Er hat bisher einen Roman und zwei Erzählbände veröffentlicht. In der FAZ und der ZEIT sowie zahlreichen weiteren Zeitschriften sind Essays und Geschichten von ihm erschienen. Er ist der erfolgreichste slowakische Autor seiner Generation und wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet.

Tod auf der Donau von Michal Hvorecky ist bei Tropen erschienen.
(JK 05/12)

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