Der Krimi Im
Namen des Kreuzes von Peter Probst, erschienen bei dtv, ist ein neuer Fall
für den Münchner Privatdetektiv Anton Schwarz.
Nach dem tragischen Selbstmord des jungen
Priesteramtskandidaten Matthias wird der besonders bei Jugendlichen beliebte
katholische Pfarrer Heimeran erhängt aufgefunden. Ein Zusammenhang zwischen den
beiden Todesfällen liegt nahe – aber welcher? Wie eng war die Beziehung
zwischen dem Geistlichen und dem vaterlos aufgewachsenen Jungen? War Heimerans
Tod womöglich gar kein Selbstmord? Widerstrebend nimmt Anton Schwarz
Ermittlungen auf und gerät in einen Sumpf aus Machtmissbrauch, sexueller Gewalt
und Vertuschung, der ihn an seine persönlichen Grenzen bringt. Ein aufwühlender
Blick ins Innere der katholischen Kirche, von einem Autor, der weiß, wovon er
schreibt.
Peter Probst hat mit seinem Buch ein heißes Thema
angefasst: sexueller Missbrauch Schutzbefohlener und die totgeschwiegene
Homosexualität von Priestern in der katholischen Kirche. Peter Probst ist nicht
scheu und legt seine Finger in die offenen Wunden. Dabei geht es ihm nicht um
sensationslüsterne Ausschlachtung dieses Themas sondern um Doppelmoral und das
Ignorieren der Politik und Gesellschaft, dass die katholische Kirche sich eine
eigene Welt außerhalb jeglicher rechtlichen Überprüfung geschaffen hat und
außerhalb des Grundgesetzes steht. Wir haben es hier mit einem sehr engagierten
Krimi zu tun, der einen bisweilen fassungslos macht, da die geschilderten
Verbindungen tatsächlich der Realität entsprechen und nicht dem Fantasiewerk
des Autors entsprungen sind.
Peter Probst, 1957 in
München geboren, studierte Germanistik, Italienische Literatur und Katholische
Theologie in seiner Heimatstadt und in Rom. Er war Regieassistent, Regisseur
und Dozent an Filmakademien und schrieb seit 1982 etwa neunzig Drehbücher, vor
allem für Fernsehspiele und Krimis wie den Tatort.
Mit seiner Frau Amelie Fried hat er die Kinderkrimireihe Taco und Kaninchen verfasst
und an ihrem Bestseller Schuhhaus Pallas
- Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte mitgearbeitet. Seit der
Gründung des Vereins Lichterkette engagiert er sich gegen
Ausländerfeindlichkeit und für Integration. Peter Probst lebt mit seiner
Familie im Süden von München.
Im Namen des Kreuzes von Peter Probst ist bei dtv erschienen.
(JK 03/12)

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