TeaTime-Lesung am Sonntag, 2. Juni, mit Myriam Keil und Arne Rautenberg

Literaturhaus
Sonntag, 02.06.2013  17.30 Uhr
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg
Eintritt: 4 – 7 Euro

TeaTime-Lesung: Myriam Keil liest aus ihrem Gedichtband  Dezimierung der Einmachgläser und Arne Rautenberg liest aus seinem Gedichtband  Mundfauler Staub. Beide Bände sind im Horlemann Verlag erschienen.

„Gedichte sind kein Luxus, sie gehören zu unserem Existenzminimum“, schreibt Elisabeth Borchers und weiter „…das Gedicht ist uns selbst auf der Spur, es zeigt uns Wege, die wir verlassen haben, die wir finden oder wieder finden müssen, wenn wir auf dem Weg zu uns selbst sind. Darum sind Gedichte unverzichtbar …“

Reflexionen, Erinnerungen, Beziehungen – In Myriam Keils zweitem Gedichtband geht es vielfach um die  Verortung des oft wackeligen Selbst und des Gegenübers, die Wahrnehmung von Räumen der Vergangenheit. Die Urbanität als Ort der Selbsttäuschung, Schnelllebigkeit und Konsum ist ein großes Thema. Die Autorin schreibt ihre Gedichte in… „einer von poetischen Finten und Fallen durchsetzten Sprache. Dass wir all dies nicht nur betrachten, sondern auch einatmen können, das ist unser Glück“, schreibt der Horlemann Verlag.

Das Leben und seine Endlichkeit, die Bedeutungslosigkeit des Menschen in der Welt: trotz aller Düsterheit und Schwärze kommt durch die Erscheinungsweise, teils im Gewand der konkreten Poesie oder des Dadaismus, das Heitere in den Gedichten von Arne Rautenberg zum Ausdruck. Lapidar, süffisant und zuweilen mit kleinen Schocks behaftet entsteht durch unterschiedliche Versmaße, Verslängen und wechselnde Tempi ein außergewöhnliches Leseerlebnis, begleitet von einem mühelosen Hinübergleiten vom betretenen Schlucken zum amüsierten Grinsen. Die Gedichte in diesem Band sind federleicht und filigran, voll kindlicher Weltlust, voll Lust am Sprachspiel, voll Überraschungskunst und Schreck des Älterwerdens....Wo andere schon die große Welt in ein kleines Poem zu quetschen versuchten, scheint Rautenberg zu sagen: Was ist die große Welt denn anderes als die Summe von Momenten und Einzeldingen? (Münchner Feuilleton). Rautenbergs Gedichte… sind lyrische Mobiles, anmutige, kleine Kunstmaschinen, die sich im Wind drehen. (FAZ).

Myriam Keil, geboren 1978 in Pirmasens, wuchs in der Pfalz auf. Nach ihrem Studium in Münster arbeitet sie als Diplom-Finanzwirtin in Hamburg. Veröffentlichung von Lyrik, Kurzprosa, Essays und Romanauszügen in Literaturzeitschriften und Anthologien sowie im Rundfunk. Gewinnerin mehrere Literaturpreise und Stipendien, wie dem Literaturförderpreis der Stadt Hamburg und dem Förderpreis zum Sylter Inselschreiber-Stipendium. Von ihr erschienen u.a.  die Erzählung Sonntags (2008) und der Jugendroman Nach dem Amok (2011).

Arne Rautenberg, geboren 1967 in Kiel, studierte Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Volkskunde. Sein Hauptbetätigungsgebiet ist die Lyrik. Neben Einzelveröffentlichungen Publikationen in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien. Zudem künstlerisches Schaffen in Form von Bildcollagen und Schriftinstallationen. Er ist Lehrbeauftragter an der Muthesius-Kunsthochschule in seiner Geburtsstadt, wo er auch lebt.

Dezimierung der Einmachgläser von Myriam Keil und Mundfauler Staub von Arne Rautenberg sind bei Horlemann erschienen.

Die Lesung ist eine Veranstaltung des Literaturzentrum Hamburg e.V.
(JK 06/13)

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