Alafair Burke: Manhattan 212 (dtv)

In Alafair Burkes neuem Krimi Manhattan 212, der bei dtv erschienen ist, geht es um einen Mord in New York.

Die Studentin Megan erhält anonyme Drohungen auf einer Campus-Website. Die Polizei kann ihr nicht helfen. Dann wird Megan ermordet, und die Ermittlungen übernimmt die junge Polizistin Ellie Hatcher, die für ihre Hartnäckigkeit bekannt ist. Sie bezweifelt, dass es sich „nur“ um einen durchgeknallten Cyber-Perversen handelt, besonders, als sie Verbindungen zu einem anderen Fall entdeckt: Der Bodyguard eines berüchtigten Immobilienhais ist in einem von dessen schicken, sündteuren Apartmentkomplexen ermordet worden. Ist Sam Sparks, der Immobilientycoon, womöglich selbst in diesen Mord verwickelt? Ellies Misstrauen wächst, als Sparks seine Beziehungen zu Justiz und Polizei spielen lässt, damit die Ermittlungen eingestellt werden.

Beim Entfalten der Handlung erkennt man, dass die Autorin von jüngste Ereignissen in New York inspiriert wurde, darunter der Callgirl Skandal um den  ehemaligen New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer oder das rasante Wachstum einer Industrie rund um das Phänomen „Online-Sex-for-Pay“. Die Autorin hat aber beileibe die Geschichte nicht nur aus den Schlagzeilen jüngster Skandale zusammengesetzt, sondern nutzt sie als Startpunkt ihrer Handlung und macht die Themen zu ihren eigenen. Manhattan 212 ist ein Page-turner und doch hat Alafair Burke mehr als nur Unterhaltung im Sinn. Dieser dritte Roman in der Ellie Hatcher-Serie befasst sich auch mit dem tobenden Kulturkampf zwischen den Superreichen und dem Rest der amerikanischen Gesellschaft, beleuchtet die gesellschaftlichen Auswüchse im Zuge der zunehmenden Kommerzialisierung von Sex und das Spannungsverhältnis zwischen der Computer-Technologie als Quelle des Unheils, das als Werkzeug von Kriminellen genutzt wird  und den Beamten, die in diesem Umfeld ermitteln müssen. Manhattan 212 ist aber auch eine Geschichte über die Liebe heutzutage, in ihren schönsten und schlimmsten Ausprägungen. Der Krimi zeigt, wie Menschen verführt werden können, sich in entsprechender Situation sowohl anständig oder auch abstoßend zu verhalten.

Alafair Burke lebt in New York City und ist Dozentin für Strafrecht an der Hofstra Law School. Sie war lange als Deputy District Attorney in Portland, Oregon, tätig.

Manhattan 212 von Alafair Burke ist bei dtv erschienen. 
(JK 10/12)

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