Im Roman Die
Kunst des Verlierens, der bei rororo
erschienen ist, erzählt der spanische Autor David Trueba wie aus Helden Verlierer
und aus Verlierern Menschen werden.
Sylvia wird an ihrem
sechzehnten Geburtstag von einem Porsche angefahren und muss ins Krankenhaus –
den Wagen fuhr Ariel, der hoffnungsvolle argentinische Fußballspieler, dessen
Heimweh in Madrid keinen interessiert: Die Ablösesumme war hoch, da muss er vor
allem funktionieren. Ein anderer Unfall am gleichen Tag besiegelt das Schicksal
von Sylvias Opa, dem alternden Klavierlehrer Leandro: Seine 71-jährige Ehefrau
Aurora bricht sich im Badezimmer die Hüfte und wird ins Krankenhaus
eingeliefert. Nun ist nach 47 Ehejahren nichts mehr, wie es war. Noch ein
Ereignis wirbelt die Familie durcheinander: In einem Anfall von Rachedurst
bringt Sylvias Vater Lorenzo seinen Partner Paco um und versinkt fortan in
tiefe Depression.
Manchmal reicht ein
winziger Schritt, um Menschen aus ihrem Orbit zu katapultieren. David Trueba
zeigt in seinem Roman auf unterhaltsame Weise, wie aus kleinen Fehlern riesige
Probleme entstehen. Der Roman bietet eine doppelte Lesart der Figuren, und zwar
so wie wir ihnen Glauben schenken wollen, und so wie die Figuren selber glauben
und verstehen. Der Autor spielt gekonnt mit diesen unterschiedlichen Ebenen. Er
zeigt anhand seiner vier Protagonisten, wie man kunstvoll scheitert und
trotzdem wieder aufsteht.
David Trueba, geboren
1969 in Madrid, arbeitet als Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler, Journalist
und Schriftsteller. Schon früh fasste er im internationalen Filmgeschäft Fuß.
1998 drehte er seinen ersten eigenen Kinofilm La Buena Vida. Die Kunst
des Verlierens, sein dritter Roman, stand wochenlang an der Spitze der
spanischen Bestsellerliste. Er erschien in über 15 Ländern und wurde mit dem
Preis der spanischen Literaturkritik für das beste spanische Buch
ausgezeichnet.
Die Kunst des Verlierens von David Trueba ist bei rororo erschienen.
(JK 12/12)

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