Auch in seinem neuen
Krimi Die Grenzgängerin, erschienen bei Heyne, taucht Jacques Berndorf in die Welt des
deutschen Geheimdiensts ein.
Karl Müller wird nach
Tripolis geschickt, um einen libyschen General „abzuschöpfen“, der mit dem
deutschen Geheimdienst zusammenarbeitet. Doch plötzlich ist Müller spurlos
verschwunden. Seine Kollegin und enge Freundin Svenja Takamoto reist ihm ohne
offiziellen Auftrag hinterher. Beiden Agenten steht deswegen vonseiten der
BND-Rechtsabteilung die fristlose Kündigung ins Haus. Das will ihr Chef Krause
nicht hinnehmen, der bereits im offenen Kampf mit der Finanzabteilung steckt
und nur noch von zu Hause arbeitet. Schnell stürzen die Konflikte die ganze
Behörde ins Chaos. Dann kommt eine erschreckende Nachricht: Angeblich hat eine
Frau in Albanien tausend Kilogramm C4-Sprengstoff gekauft – eine Ladung, mit
der man mehrere sechsstöckige Häuser pulverisieren könnte. Und sie soll mit dem
Stoff auf dem Weg nach Deutschland sein. Doch niemand weiß Genaueres, Müller
und Svenja bleiben verschwunden, und die Gefahr wächst von Tag zu Tag...
Jacques Berndorf ist
bekannt geworden mit seinen Eifel-Krimis und erst jüngst bei einer Autofahrt
durch die Eifel waren an vielen Orten kleine Plakate zu sehen, wo Jacques
Berndorf seinen neuen Krimi ganz intim vorstellen wird. Doch mit seinem neuen
Krimi hat er wieder seine Heimat verlassen und geht mit dem BND auf Reise.
Gekonnt spannend komponiert ist sein Spionagekrimi, wobei die Spannung nicht
durch vordergründige Action erzeugt wird. Es sind seine Figuren, die sehr
authentisch gezeichnet sind und die Situation, in die sie Berndorf agieren
lässt inklusive schillernden Nebenfiguren. Seine Geschichte ist sehr gut
recherchiert und dabei kommt ihm seine jahrelange journalistische Arbeit für
Nachrichtenmagazine zugute. Er vermittelt eine überaus aufschlussreiche Einsicht
in das Innenleben der Geheimdienste und der Pannen in ihrer Spionagearbeit. Da
gerade in jüngster Zeit solche Pannen gehäuft an die Öffentlichkeit geraten
sind, lässt dies seinen Fall überaus realistisch erscheinen.
Jacques Berndorf –
Pseudonym des Journalisten Michael Preute – wurde 1936 in Duisburg geboren und
lebt seit 1984 in der Eifel. Er arbeitete viele Jahre als Journalist, u.a. für
den Spiegel und den Stern, bevor er sich ganz dem Krimischreiben widmete. Seine
Eifel-Krimis mit dem Ermittler Siggi Baumeister wurden sämtlich zu Bestsellern
und haben Kultstatus erlangt. 2003 erhielt Michael Preute den „Ehrenglauser“
für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur. Er ist der
erste Außenstehende, dem der BND zu Recherchezwecken die Tore öffnete.
Die Grenzgängerin von Jacques Berndorf ist bei Heyne erschienen.
(JK 11/12)

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