Wenn ein Krimi kein
Happy-End hat, ist er ein Krimi Noir. Ein Meister seines Fachs ist der New
Yorker Autor Jason Starr. Von ihm ist bei Diogenes der Krimi Dumm gelaufen erschienen.
Ein Haifischbecken, das
ist das Brooklyn der 80er-Jahre. Harte Zeiten also für kleine Fische. Mickey
Prada ist ein netter Junge. Weil er sich um seinen kranken Vater kümmert, hat
er sein Studium um ein Jahr verschoben. In der Zwischenzeit arbeitet er in
Brooklyn in einem Fischgeschäft. Gerade hat er ein hübsches Mädchen
kennengelernt. Aber Mickey hat ein Problem. Ein Kunde im Laden, Angelo Santoro,
bittet Mickey hin und wieder, Sportwetten für ihn abzuschließen. Angelo
verliert jedes Mal, und bald wird sein Pech auch zu dem von Mickey. Jetzt ist
der Buchmacher hinter Mickey her, und anstatt seine Schulden zu begleichen,
hält Angelo ihm seine Knarre vor die Nase. Als Mickeys bester Freund Chris
einen todsicheren Plan hat, um ein bisschen Kohle zu machen, steigt Mickey mit
ein. Doch todsichere Pläne können tödlich enden...
Jason Starrs Krimi ist
ein amüsanter Krimi Noir, der düster in der Folge von Mickeys Missgeschicke von
einer Katastrophe zur nächsten fortschreitet. Starrs Charakterstudie
konzentriert sich auf die Wünsche eines Jugendlichen, dessen Träume so einfach
scheinen und doch aus einer anderen Welt stammen. Wenig bis gar kein Licht am
Ende des Tunnels scheint es für Mickey zu geben. Jason Starr beschreibt sehr
realistisch die hoffnungslose Atmosphäre auf den Straßen Brooklyns und gewinnt
ihr dennoch humorvolle Seiten ab.
Jason Starr, geboren
1968, wuchs im New Yorker Stadtteil Brooklyn auf und begann in seinen
College-Jahren zu schreiben, zunächst Kurzgeschichten, später auch
Theaterstücke, Texte für Comics und Romane. Seine Bücher sind in sieben
Sprachen übersetzt. Jason Starr lebt mit seiner Familie in New York.
Dumm gelaufen von Jason
Starr ist bei Diogenes erschienen.
(JK 12/12)

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