Ken Follett: Winter der Welt (Lübbe)

Nach seinem Bestseller Fall der Giganten, der erste Teil einer Trilogie über die Geschichte des 20. Jahrhunderts, ist von Ken Follett nun der zweite Teil bei Lübbe mit dem Titel Winter der Welt erschienen.

Es ist eine Zeit des Umbruchs, eine Zeit der Finsternis. Aber auch der Hoffnung, die selbst das tiefste Dunkel erfüllt.  Während sich die Lage in Europa gefährlich zuspitzt, versuchen drei junge Menschen heldenhaft ihr Schicksal zu meistern: Der Engländer Lloyd Williams wird Zeuge der Machtergreifung Hitlers und entschließt sich gegen den Faschismus zu kämpfen. Die deutsche Adelige Carla von Ulrich ist entsetzt über das Unrecht, das im Namen des Volkes geschieht, und geht in den Widerstand, während die lebenshungrige Amerikanerin Daisy nur vom sozialen Aufstieg träumt – und eine bitterböse Überraschung erlebt! Liebe und Hass, Anpassung und Widerstand bilden ein schicksalhaftes Geflecht vor dem großen Panorama des Zweiten Weltkriegs, der dramatischen Zeitenwende des zwanzigsten Jahrhunderts.

Folletts Anspruch an seine Trilogie ist es, die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts in Form einer Familiensaga über verschiedene Familien in unterschiedlichen Ländern aufzuarbeiten. Follett führt die Genealogie der Familien aus seinem ersten Band weiter unter Berücksichtigung der Irrungen und Wendungen der Zeitgeschichte. Er gibt dabei seinen Figuren wieder viel Platz auf der Romanbühne.

Folletts Erzählkunst ist unaufdringlich und fachgerecht. Leicht verständlich und lesbar ist seine Saga, die Dutzende von Charakteren umfasst und hier und da sogar reale historische Figuren mit einspinnt. Ken Follett schöpft dabei aus seinem Fundus als Romancier und Unterhalter. Von seiner Saga darf man sich nicht allzu viel Tiefgang erwarten. Sie kommt eher wie eine Soap daher. Aber wahrscheinlich ist gerade das sein Geheimrezept für den Erfolg.

Ken Follett wurde 1949 in Cardiff, Wales geboren. Seine Werke sind im Stil der klassischen Thriller-Dramaturgie verfasst. Durch den Spionagethriller Die Nadel wurde er bekannt. Der Roman wurde in 30 Sprachen übersetzt, rund zwölf Millionen Mal verkauft, mit dem Edgar Award ausgezeichnet und mit Donald Sutherland verfilmt. Mit dem Mittelalter-Epos Die Säulen der Erde und seiner Fortsetzung Die Tore der Welt hat er sich eine feste Fangemeinde abseits des Thrillergenres erworben. Verheiratet ist er in zweiter Ehe mit Barbara Follett, einer ehemaligen Abgeordneten des britischen Unterhauses.

Winter der Welt  von Ken Follett ist bei Lübbe erschienen.
(JK 11/12)

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