Harbour Front
Literaturfestival 2013
Kühne
Logistics University – The KLU
Montag, 16.09.2013
19.00 Uhr
Großer
Grasbrook 9, 20457 Hamburg
Preis: 14,00
€
Wiedersehen mit dem Freund und
Friedenspreisträger: Liao Yiwu liest aus seinem Buch Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch, das bei S. Fischer
erschienen ist. Katharina Schütz liest en deutschen Text, Hans-Juergen
Fink vom Hamburger Abendblatt moderiert.
Durch die
beharrliche Unterstützung der deutschen Öffentlichkeit gelang es Liao Yiwu 2010
nach Deutschland auszureisen. Über vier Jahre war er wegen seiner kritischen
Geschichten aus der Mitte der chinesischen Gesellschaft inhaftiert und wurde schwer
miss handelt. Seinen ersten öffentlichen Auftritt außerhalb Chinas hatte er in
Berlin und beim Harbour Front Literaturfestival. Mittlerweile ist Liao Yiwu
Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels und weiterer
Auszeichnungen. Trotz aller Versuche, seine Glaubwürdigkeit zu destabilisieren,
steht Liao Yiwu für die unerschrockene Anklage gegen die Herrscher und die
menschenunwürdigen Verhältnisse in seinem Heimatland. Darüber berichtet er auch
in seinem neuen Buch Die
Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch. Eindrucksvoll gelingt es Liao Yiwu,
Menschen zum Erzählen zu bringen und so die Lebenswirklichkeit eines großen
Teils der chinesischen Gesellschaft zu dokumentieren, die sonst für immer im
Dunkeln bliebe.
Liao Yiwu,
geboren 1958 in der Provinz Sichuan, wuchs als Kind von Eltern „ohne dauerhafte
Aufenthaltserlaubnis“ in der großen Hungersnot der 60er Jahre auf. 1989
verfasste er das Gedicht Massaker,
das in Windeseile Verbreitung fand, auch über die Grenzen Chinas hinaus.
Hierfür wurde er vier Jahre inhaftiert und schwer misshandelt. 2007 wurde Liao
Yiwu vom Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrum mit dem Preis „Freiheit zum
Schreiben“ ausgezeichnet, dessen Verleihung in letzter Minute verhindert wurde.
2009 erschien auf Deutsch sein von Kritik und Publikum euphorisch begrüßtes
Buch Fräulein Hallo und der Bauerkaiser –
Chinas Gesellschaft von unten, das Menschen vom Bodensatz der chinesischen
Gesellschaft porträtiert und in China verboten ist. 2011, als Für ein Lied und hundert Lieder in
Deutschland erschien, gelang es Liao Yiwu, China zu verlassen. Seitdem lebt er
in Berlin. 2011 wurde ihm der Geschwister-Scholl-Preis verliehen, 2012 der Friedenspreis
des Deutschen Buchhandels.
Die
Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch von Liao
Yiwu ist bei S. Fischer erschienen.
(JK 09/13)

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