Catalin Dorian Florescu: Jacob beschließt zu leben (C.H. Beck)

In seinem neuen Roman Jacob beschließt zu leben, der bei Beck erschienen ist, erzählt der aus Rumänien stammende Autor Catalin Dorian Florescu die abenteuerliche Lebensgeschichte des Jacob Obertin aus dem schwäbischen Dorf Triebswetter im rumänischen Banat. Es ist eine Geschichte von Liebe und Freundschaft, Flucht und Verrat und darüber, wie die Fähigkeit eines Menschen zu lieben ihn über alles hinwegretten kann. Jacobs Geschichte – zeitlich zwischen dem Ende der 20er- und Anfang der 50er-Jahre angesiedelt – weitet sich zu einem Familienepos, in dem temporeich und in dichten, fantastischen Bildern das Schicksal der Obertins über 300 Jahre hinweg erzählt wird, beginnend mit dem 30jährigen Krieg in Lothringen.

Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich Jacobs Vorfahren, wie viele Tausende Anderer aus Lothringen ein besseres Leben suchend, auf den gefährlichen Weg ins Banat gemacht, um ihr Glück zu finden und eigenes Land zu besitzen. Jacob wird mit dem Kampf um Macht und Besitz konfrontiert, wird vom eigenen Vater verraten und verliert seine erste Liebe. Doch immer wieder gibt es Menschen, die ihm helfen, die Wechselfälle der Geschichte – Diktaturen und Deportationen – mit ihren grotesken und katastrophalen Folgen zu überleben und einen neuen Aufbruch zu wagen.

Catalin Dorian Florescu hat einen großen Roman geschrieben und setzt dem Banat, der Region im Herzen Rumäniens mit deutschen Wurzeln, ein Denkmal. Das Schicksal des Jacob berührt genauso wie die wechselvolle Geschichte dieses faszinierenden Landstrichs. Mit Zärtlichkeit beschreibt er die Figuren und wie sie es immer wieder schaffen, das Leben meistern. In diesem Sinne ist das Buch eine Liebeserklärung an das Leben. Catalin Dorian Florescu wird zu recht mit diesem Roman in die Reihe der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart aufgenommen.

Catalin Dorian Florescu wurde 1967 in Timişoara in Rumänien geboren. 1976 reiste er erstmalig mit seinem Vater nach Italien und Amerika aus. Nach einer kurzen Rückkehr nach Rumänien, erfolgte 1982 die endgültige Emigration. Florescu studierte Psychologie und lebt als freier Schriftsteller und Suchttherapeut in Zürich. Er erhielt für seine Romane Wunderzeit (2001), Der kurze Weg nach Hause (2002) und Der blinde Masseur (2006) und Zaira (2008) u. a. das Hermann-Lenz-Stipendium, den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Anna Seghers Preis. Wunderzeit war Buch des Jahres 2001 der Schweizerischen Schillerstiftung. Im Zusammenhang mit dem neuen Roman Jacob beschließt zu lieben wurde der Autor bereits zum Stadtschreiber von Erfurt und Stadtschreiber von Baden-Baden ernannt und erhielt ein Heinrich Heine-Stipendium.

Jacob beschließt zu leben von Catalin Dorian Florescu ist bei Beck erschienen.
(JK 05/11)

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