Auf eine Reise auf der Ringstraße rund um Island
nimmt uns der isländische Autor Huldar Breiðfjörð in seinem Buch Liebe Isländer mit, das im Aufbau-Verlag
erschienen ist.
Mitten im tiefsten Winter beschließt ein 25-jähriger
Mann aus Reykjavík, seinem Leben eine neue Richtung zu geben: Weil ihm der
monotone Alltag des coolen Lebens in der Hauptstadt über ist, und er es satt hat,
zwischen Arbeit, Bar und Spirituosengeschäft zu pendeln, kauft er sich einen
alten Lappländer-Jeep und das nötige Überlebensequipment und macht sich auf
eine zweimonatige Reise durch das eisklirrende Island. Er will seine Heimat und
dessen Einwohner kennenlernen und zugleich mehr über sich selbst erfahren. Im
Uhrzeigersinn begibt er sich auf seine Tour durch dieses an Wundern volle Land,
die ihn an die entlegensten Orte führt und mitten hinein in die isländische
Seele.
Obwohl eigentlich alles karg, trostlos und in einer
winterlichen Starre erscheint, gerät die winterliche Reise zu einem Abenteuer.
Die nüchternen Beschreibungen Huldar Breiðfjörðs, die innere Zwiesprache auf
seiner einsamen Fahrt, die Begegnungen mit
Landsleuten in der kargen Einöde, machen diesen Reisebericht so eindringlich.
Die Insel im Nordmeer erwacht für den Leser zum Leben. Die tosenden Stürme
bilden eine wuchtige Kulisse für diese Reise. Die vermeintliche Monotonie der
ständigen Kaffeepausen in einem der unzähligen Tankstellenshops, mit dem
endlosen Kurven durch Dörfer auf der Suche nach Leben wird durch die abrupten
Gedankensprünge des Autors aufgebrochen. Es entsteht ein faszinierender
Rhythmus, der den Leser an der Reise unmittelbar teilnehmen lässt, als wäre man
selber dabei auf dieser verrückten Wintertour.
Huldar Breiðfjörð, geboren 1972, studierte
Literaturwissenschaft an der Universität Islands und absolvierte ein Studium im
Fach Filmproduktion an der New York University. Er ist u.a. als Journalist und
Drehbuchautor tätig. Wenn er nicht gerade unterwegs ist, lebt Huldar Breiðfjörð
an den isländischen Westfjorden.
(JK 05/11)

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