Jonathan Coes neuer Roman Die ungeheuerliche Einsamkeit des Maxwell Sim, erschienen bei DVA,
ist ein amüsanter Schelmenroman über unsere Zeit.
Es ist Valentinstag, doch nie zuvor hat Maxwell sich
einsamer gefühlt: Seine Frau hat ihn verlassen, seine Jugendliebe hält ihn für
einen bemitleidenswerten Verlierer, und auch seine vierundsiebzig
Facebook-Freunde können ihm nicht helfen. Da kommt das seltsame Angebot, an
einer Wettfahrt zu den Shetlandinseln teilzunehmen, wie gerufen. Voller
Hoffnung macht er sich mit „Emma“, seinem freundlichen Navigationsgerät, auf
den Weg – doch die Fahrt zum nördlichsten Punkt des Königreichs entwickelt sich
zu einer Reise in die dunkelsten Ecken seiner Vergangenheit.
Jonathan Coe hat eine besondere Gabe des Erzählens.
Die Einsamkeit des Helden wird gerade dann explizit deutlich, wenn er alle
Kommunikationsmöglichkeiten unserer Zeit nutzt, weil er vernetzt ist und dennoch
niemand ihm zuhört. Coe findet gerade an dieser Situation Gefallen und nutzt
sie zu einer sarkastischen Kritik an unserem Gesellschaftssystem. Das Leben des
Helden ist fragmentiert und so beginnt auch der Roman, bis er sich nach und
nach zu einem Gesamtbild zusammenfügt. Aber bevor man sich als Leser in
Sicherheit wiegt, hat Jonathan Coe eine Überraschung am Ende parat.
Jonathan Coe ist einer der Stars der Londoner
Literaturszene. Er wurde 1961 in Birmingham geboren. Für seine Bücher wurde er
u.a. mit dem John Llewellyn Rhys Prize, dem Prix du Meilleur Livre Étranger und
dem Prix Médicis Étranger ausgezeichnet. Zwei seiner bisher neun Romane wurden
verfilmt. Jonathan Coe lebt heute mit seiner Familie in London.
(JK 01/11)

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