Bill Cleggs Buch Portrait
eines Süchtigen als junger Mann, erschienen bei S. Fischer, ist seine
eigene Geschichte. Er schrieb das Buch als seine eigene Therapie, als einen
Schutz vor sich selbst.
Bill Clegg hatte alles: eine aufstrebende
Literaturagentur – er ist der Entdecker solch renommierter Autoren wie Nicole
Krauss und Andrew Sean Greer – und er hatte einen wunderbaren Lebensgefährten,
Anerkennung und Erfolg. Aber alles, was er wollte, war Crack. Er war gerade
dreißig, als er plötzlich nicht mehr in seinem Büro auftaucht, und niemand
wusste, wo er ist. Was folgt, ist eine Zeit voller Drogen, Sex und Zerstörung,
eine Zeit, in der Clegg 70.000 Dollar dafür ausgibt, sein Leben kaputtzumachen.
Bill Cleggs persönliches Drogendrama ist eine nicht
unbekannte Geschichte. Er erzählt vom Aufbau einer Scheinwelt, vom Selbstbetrug
gegenüber seiner Sucht und dem Horror, die Droge nicht mehr um sich haben zu
können. Das Besondere an diesem Roman ist die minutiöse Aufarbeitung seines
Abrutschens, was die Geschichte für den Leser förmlich greifbar macht. Die
Ohnmacht, der der Autor ausgesetzt ist, lässt den Leser erschüttert zurück. Es
zeichnet sich kein Weg ab, der die Abhängigkeit besiegen könnte. Und dennoch
hat es Bill Clegg geschafft, dem Horrortrip entkommen zu sein.
Bill Clegg lebt in New York und arbeitet als
Literaturagent.
Portrait eines Süchtigen als junger Mann von Bill Clegg ist bei S. Fischer erschienen.
(JK 12/11)

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