Edward St Aubyn: Zu guter Letzt (Piper)


Mit der Melrose-Sage hat der britische Autor Edward St Aubyn viele Leser begeistert. Mit dem Buch Zu guter Letzt ist nun der fünfte und letzte Teil der Saga bei Piper erschienen.

Endlich ist sie tot. Doch wie beerdigt man eine Rabenmutter? Und ist ihr Ende die von Patrick erhoffte Befreiung?

Die Ex-Multimillionärin Eleanor Melrose hat es hinter sich. Während Verwandte, Freunde und Feinde zu ihrer Beerdigung eintreffen, um sich ein letztes Mal das Maul zu zerreißen, stellt ihr Sohn Patrick enttäuscht fest, dass dieser Tod ihm nicht die erhoffte, prompte Erlösung bringt. Aber auf der Party nach dem Gottesdienst, in dem Geschwirr von Stimmen, Tellerklappern und Gelächter, auf den Stromschnellen und in den Untiefen der Gespräche, spürt er, wie er plötzlich in neues Fahrwasser gerät.

Sarkastisch geht es bei Edward St Aubyn zu, beißend seine Auseinandersetzung mit der Institution Familie. Auch im fünften Band bleibt er seiner Linie treu. Er prangert gnadenlos die vulgäre Verwahrlosung des britischen Hochadels an, der sich in nichts von dem oft beklagten Sittenverfall der britischen Unterschicht unterscheidet. Es ist eine wahre Freude der Fabulierkunst und den Einfällen Edward St Aubyn zu folgen. Schade, dass mit diesem Band die Melrose-Saga ihren Abschluss findet. Zu Recht bewirbt der Piper Verlag das Buch als eine der stärksten literarischen Auseinandersetzung mit dem Trauma Familie, die je geschrieben wurde, als ein Meisterwerk, eine funkelnde schwarze Komödie voller tiefer emotionaler Wahrheit.

Edward St Aubyn wurde 1960 in England geboren und wuchs dort und in Südfrankreich auf. Er ist Vater von zwei Kindern und lebt in Notting Hill, London. Zu guter Letzt« ist der Abschluss der Melrose-Saga: Ihr Anfang, »Schöne Verhältnisse«, ist auch das Buch, mit dem St Aubyn hierzulande über Nacht bekannt wurde; es folgten Schlechte Neuigkeiten, Nette Aussichten und Muttermilch. Außerdem liegt von Edward St Aubyn auf Deutsch der Roman Ausweg vor.

Zu guter Letzt von Edward St Aubyn ist bei Piper erschienen.
(JK 12/11)

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