Die Winterfrau, Vilborg Davíðsdóttirs neuer Roman,
der bei btb erschienen ist, spielt im 15. Jahrhundert und handelt vom Schicksal
der ausgestoßenen Inuit-Frau Naaja, die vom isländischen Jäger Mikjáll vor dem
sicheren Tod bewahrt wird.
Die Eskimofrau Naaja wird beschuldigt, mit ihren
Zauberkräften Unheil über ihr Dorf zu bringen, und wird verstoßen. In der
Eiseskälte des tiefsten Winters bedeutet dies den sicheren Tod für sie. Dennoch
überlebt Naaja. Und findet einen neuen Mann, den isländischen Jäger Mikjáll,
dem sie das Leben rettet. Aber die Isländer betrachten sie mit Misstrauen: Ist
sie als Ungläubige nicht doch mit den Mächten des Bösen im Bunde?
Das Buch beschreibt schonungslos die Härte des
Lebens im hohen Norden und findet doch immer wieder zarte Töne zwischendurch.
Für das Buch muss man sich allerdings Zeit nehmen, um die vielen Zwischentöne
zu erkennen, die die Geschichte letztendlich abrunden.
Vilborg Davíðsdóttir, geboren 1965, ist isländische
Journalistin und Nachrichtensprecherin. Als Autorin veröffentlichte sie in den
90er Jahren zwei Jugendbücher, die mit diversen Buchpreisen ausgezeichnet
wurden und in Island gerne als Schullektüre verwendet werden. Neben ihren
Jugendbüchern veröffentlichte sie mehrere historische Romane.
Die Winterfrau von Vilborg Davíðsdóttir ist bei btb erschienen.
(JK 12/11)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen