Antonio Hill: Der Sommer der toten Puppen (Suhrkamp)


Ein argentinischer Inspektor in Barcelona ist die Hauptfigur im Krimi Der Sommer der toten Puppen des katalanischen Autors Antonio Hill, der bei Suhrkamp erschienen ist.

Hochsommer in Barcelona, ein scheinbar harmloser Unfalltod führt zu einer blutigen Spurensuche quer durch die Stadt. Der umstrittene Inspektor Héctor Salgado ermittelt in einer angesehenen Familie, in der niemand sagt, was er weiß.

Hectór Salgado steckt in der Klemme. Als Argentinier fühlt er sich fremd im Land, sein Privatleben ist eine einzige Katastrophe, gegen ihn laufen interne Ermittlungen, weil er einen afrikanischen Mädchenhändler krankenhausreif geprügelt hat. Umso erfreulicher, dass sein neuer Fall so einfach scheint. Er soll den mutmaßlichen Unfalltod eines Jugendlichen aus bestem Hause untersuchen. Doch je tiefer er in der Familiengeschichte des Verstorbenen gräbt, desto verstörender sind seine Entdeckungen, die bis weit in die Vergangenheit reichen. Als dann ein weiterer Unfall geschieht, gerät Salgado selbst unter Mordverdacht.

Antonio Hill schafft es, den Leser mit seinem Plot, der aus dem Nichts zu beginnen scheint, zu fesseln. Es sind die außergewöhnlich beschriebenen Charaktere, die von Anfang bis Ende glaubwürdig erscheinen. Nuancenreich entfaltet er das Leben der Figuren, des Ermittlers und seines Teams aber auch der Personen, die im Umfeld des Falls auftreten. Insbesondere wie er die Figur der Iris als Hauptpfeiler der Geschichte aufbaut, die letztendlich den Schlüssel zur Auflösung bereithält, erzeugt immense Spannung und bis zum Ende verfolgt der Leser gebannt, was sich tatsächlich zugetragen hat. Antonio Hill ist ein attraktiver und fesselnder Krimi gelungen.

Antonio Hill, geboren 1966 in Barcelona, hat Psychologie studiert und arbeitet als Übersetzer.

Der Sommer der toten Puppen von Antonio Hill ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 06/12)

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