Olle Lönnaeus: Der Tod geht um in Tomelilla (Rowohlt Polaris)


Olle Lönnaeus zweite Kriminalroman Der Tod geht um in Tomelilla ist bei Rowohlt Polaris erschienen.

Auch in der kleinsten Tiefkühltruhe ist Platz für eine Leiche. Als sich die Gefängnistore für Mike Larsson öffnen, hat der Ex-Kleinkriminelle mit dem großen Herzen nur einen Gedanken: endlich ein anständiges Leben führen und seinem Sohn Robin ein guter Vater sein. Mike kehrt zurück in seine Heimat, das Provinznest Tomelilla. Dort kommt er bei seinem alten Kumpel Rolle unter und findet Arbeit bei Schrotthändler Boris. Doch ganz so glatt läuft es dann doch nicht. Als Boris ihn nach Litauen schickt, um einen kleinen Auftrag zu erledigen, entpuppt sich der als nicht ganz harmlos. Irgendwie scheinen auch Robin und Rolle etwas vor ihm zu verbergen. Und welche Absichten hat die geheimnisvolle Amela, die plötzlich auf Boris’ Schrottplatz auftaucht? Wieder einmal spielt das Leben Mike einen Streich. Ehe er sich’s versieht, hat er eine Leiche in der Tiefkühltruhe und steht unter Mordverdacht.

Olle Lönnaeus sagte, dass wenn man über eine Stadt schreiben will, muss man sie entweder lieben oder hassen. Über Tomelilla und Österlen hält es sich bei Lönnaeus die Waage, die Menschen sind fürsorglich und warmherzig, dennoch kommt die Stadt nicht gut weg. Sein Protagonist ist jemand, der zu oft im Leben Gewalt gesehen hat und Gewalt eingesetzt hat, um Antworten auf Probleme zu geben, mit denen er konfrontiert war. Die Beschreibung dieser Situation und wie er das Vertrauen der von ihm geliebten Personen gewinnen will, diese fragile Beziehung, ist ein starker Erzählstrang in diesem Krimi. Etwas zwiegespalten  bleibt man hinsichtlich der Handlungsentwicklung. Es passiert zu viel zu schnell, was dann nicht immer glaubwürdig wirkt und daher auch bisweilen an Spannung verliert.

Olle Lönnaeus, geboren 1957, wohnt in Lund und arbeitet seit über zwanzig Jahren beim Sydsvenska Dagbladet. Der Journalist hat für seine investigativen Reportagen bereits mehrere Preise erhalten. Für seinen Debütroman Das fremde Kind wurde Lönnaeus 2009 von der Schwedischen Krimi-Akademie mit dem renommierten Preis für das beste schwedische Krimidebüt ausgezeichnet – so wie vor ihm Åke Edwardson und Håkan Nesser.

Der Tod geht um in Tomelilla von Olle Lönnaeus ist bei Rowohlt Polaris erschienen.
(JK 03/12)

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