Das
Matratzenhaus von Paul Hochgatterer ist der zweite Fall für
Psychiater Raffael Horn und Kommissar Ludwig Kovacs und ist bei dtv jetzt als
Taschenbuch erschienen.
Es ist Frühling im österreichischen Furth am See.
Doch während in den Gastgärten die Sonnenschirme aufgestellt werden, ziehen
bereits dunkle Wolken auf: Kommissar Ludwig Kovacs bekommt gleich mehrere Fälle
auf den Tisch. Ein junger Mann stürzt von einem Baugerüst in den Tod, ein
Kindergarten wird brutal verwüstet und ein misshandeltes Kind taucht bei der
Polizei auf. Dann werden noch mehr Kinder Opfer von massiven Prügelattacken.
Sie weigern sich, über den oder die Täter zu sprechen.
Paul Hochgatterer ist kein Krimiautor und daher darf
man von diesem Buch auch keinen konventionellen Krimi mit einem Spannungsaufbau
gemäß der Maxime „Whodunit“ erwarten. Die Krimihandlung ist eher schmückendes
Beiwerk und erlebt keine komplette Auflösung am Ende. Im Fokus stehen vielmehr
die Einwohner des kleinen Ortes in idyllischer Umgebung, die in ihren Reihen
plötzlich jemanden haben, der Kinder misshandelt. Hier setzt der Autor
Hochgatterer seine Erfahrungswelt ein, denn er ist ausgebildeter
Kinderpsychiater. Subtile Charakterstudien werden präsentiert, psychische
Störungen aufgedeckt. Dies sorgt jedoch für Spannung. Die Einblicke
Hochgatterers in das Dunkle der österreichischen Seele offenbaren, dass das
Offensichtliche oftmals nicht wahrgenommen wird.
Paulus Hochgatterer, 1961 im niederösterreichischen
Amstetten geboren, studierte Medizin und Psychologie. Er lebt als
Kinderpsychiater und Schriftsteller in Wien. Für seinen Roman Die Süße des Lebens wurde er 2007 mit dem Deutschen Krimipreis
ausgezeichnet. 2009 erhielt er den Literaturpreis der Europäischen Union.
Das Matratzenhaus von Paul Hochgatterer ist bei dtv erschienen.
(JK 05/12)

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