Von Rita Falk ist mit dem Krimi Schweinskopf al dente bei dtv der dritte Fall für den Eberhofer
Franz erschienen.
Ein blutiger Schweinskopf im Bett von Richter
Moratschek führt Dorfpolizist Franz Eberhofer auf die Spur eines gefährlichen
Psychopathen. Hannibal Lecter ist ein Dreck gegen Dr. Küstner, der in
Niederkaltenkirchen sein Unwesen treibt.
Der Krimi aus der Provinz verkauft sich seit einigen
Jahren sehr gut unter den deutschen Leserinnen und Lesern. Oftmals geht es
dabei weniger um das tatsächliche Krimigenre als mehr um den geographischen
Wiedererkennungseffekt der eigenen Umwelt des Lesers. Somit schält sich das
Genre „Provinzkrimi“ in Deutschland heraus, das mehr mit Folklore und Comedy zu
tun hat als mit einem eigentlichen Krimi. Als Rezensent stellt sich die Frage,
ob man den Titel den Maßstäben eines Krimis unterzieht oder nach anderen
Maßstäben beurteilen soll. Rita Falk fällt ganz klar in dieses Dilemma. Als
Krimi eigentlich untauglich, ist Schweinskopf
al dente eher als folkloristischer Schmarrn aus Bayern zu charakterisieren.
Rita Falk hat eine Figur geschaffen, der schnell
Kult unterstellt wurde. Über das gesamte Buch werden die kleinen Scharmützel
zwischen „Kult“-polizist und Bürgermeister ausgebreitet. Bei genauem Hinsehen
wirkt die komplette Geschichte irgendwie merkwürdig uninspiriert und ist ein
dramaturgischer Kuddelmuddel. Im Verlauf der Geschichte verlässt einen angesichts
der in Kalauer verpackten unverhohlenen Fremdenfeindlichkeit beinahe die
Leselust. Der Blick auf die deutsche Bestsellerliste lässt einen Schlimmes
ahnen.
Rita Falk, Jahrgang 1964, ist in Oberbayern
aufgewachsen und feiert Erfolge mit ihrer Provinzkrimiserie um den
Dorfpolizisten Franz Eberhofer, ihren Geschichten von ‚dahoam‘. Sie lebt heute
in München. Rita Falk ist mit einem Polizisten verheiratet und hat drei
erwachsene Kinder.
Schweinskopf al dente von Rita Falk ist bei dtv erschienen.
(JK 03/12)

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