Mit dem Roman Gehetzt
ist bei Bastei Lübbe der erste Band in einer Reihe von Thrillern von Sean Creed
erschienen.
London. In einem
Hotelzimmer des Ritz erwacht der ehemalige CIA-Agent Danny Shanklin – in
der Hand ein Sturmgewehr, neben ihm die Leiche eines Mannes, den er
noch nie zuvor gesehen hat. Noch völlig benommen stolpert er auf den
Balkon und sieht das Unfassbare: Auf dem Platz vor dem Ritz liegen überall
Leichen. Eine Limousine brennt, schreiende Menschen laufen ziellos umher.
Sämtliche Einsatzkräfte der Londoner Polizei sind auf der
Straße. Scharfschützen beziehen Stellung. Inmitten dieses Chaos sieht
Danny plötzlich drei Menschen, die ganz ruhig wirken: Eine der Personen hält
einen großen Gegenstand in der Hand – und Danny begreift: Dieser
Gegenstand ist eine Fernsehkamera – und die ist genau auf ihn gerichtet.
Sean Creed vermeidet den
Fehler vieler seiner Thrillerkollegen einen Helden zu schaffen, der sich
unbesiegbar fühlt und so hat Danny Shanklin einige Unzulänglichkeiten. Er ist
in der realen Welt geerdet und alle Aktionen, die Danny startet fühlen sich
eher realistisch als unglaubwürdig an. Sekundenentscheidungen bergen eben
Fehler und die unterlaufen auch Danny. Eine solche Figur sorgt für gelungene
Abwechslung im Genre.
Wir leben in einer
Gesellschaft, in der im Stile von Big Brother unser Tun ständig beobachtet
wird. Creed nimmt dieses Konzept in seine Geschichte geschickt auf und nutzt
dieses Phänomen des Medienzeitalters als das Rückgrat der seine Geschichte. Ist
es wirklich möglich, in einer Stadt unterzutauchen, wo jeder einen kennt? Gehetzt
ist ein moderner Thriller mit rasanter Dynamik auf fast jeder Seite. Wer
die Bourne-Filme kennt, weiß wovon die Rede ist.
Sean Creed ist das
Pseudonym von Emlyn Rees. Er verbrachte seine frühen zwanziger Jahre mit Reisen
in Asien und Mixen von Cocktails in London für Leute wie Sylvester Stallone und
Prinzessin Anne. Er veröffentlichte seinen ersten Kriminalroman im Alter von
25. Er lebt heute am Strand von Brighton.
Gehetzt von Sean Creed ist bei Bastei Lübbe erschienen.
(JK 03/12)

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