Freie Akademie
der Künste
Mittwoch,
12.06.2013
19.00
Uhr
Klosterwall
23, 20095 Hamburg
Eintritt:
4 – 6 Euro
Björn
Bicker stellt seinen Roman Was wir erben
vor, der bei Kunstmann erschienen ist. Ein Gespräch mit dem Autor führt
Wolfgang Hegewald.
"Es
ist nicht leicht einen Roman über einen Identitätskonflikt zu schreiben, der
mitreißt, Was wir erben ist so
ein Roman", sagt Fokke Joel, von der Wochenzeitung Der Freitag.
Elisabeth
ist Schauspielerin an einem renommierten Theater. Mit Holger, einem Arzt, lebt
sie das, was man ein geordnetes, erfolgreiches Leben nennen könnte. Bis ein
Fremder sie anruft und behauptet, ihr Bruder zu sein. Er sei sich ganz sicher und
auch schon in der Stadt, ob sie sich sehen könnten. Bei ihrem Treffen zeigt er
ihr ein Foto: ihr Vater und seine Mutter während der Olympischen Spiele in
München, 1972. Elisabeths Geburtsjahr – und das des halben Bruders. Seine
Mutter sei gestorben, ob Elisabeth ihm mehr über seinen Vater erzählen könne.
Sie deutet an, dass es nicht leicht war mit dem Vater, dem Flüchtling, dem
Trinker, dem Soldaten. Elisabeth beginnt, einen Brief zu schreiben, in dem sie
dem Bruder vom Leben des Vaters und ihrer Familie berichtet. Ein Leben im
frostigen Schlagschatten der deutschen Geschichte, ein Leben, das an ihr klebt
wie eine zweite Haut. Auf den Spuren des Vaters landet sie in dessen
Geburtsstadt, die in jenem doppelt untergegangenen Land liegt, in dem für sie
Vergangenheit und Gegenwart, Fiktion und Realität verschmelzen. Die echten und
die erfundenen Gespenster der deutschen Geschichte tauchen in Elisabeths Leben
wieder auf: das Politische, das Private, die Liebe, der Hass, Betrug und Wahrheit,
das Theater und die Wirklichkeit. Eins wuchert im anderen herum. Über
Generationen hinweg.
Björn
Bicker, geboren 1972, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und
Allgemeine Rhetorik in Tübingen und Wien und arbeitete von 2001 bis 2010 als
Dramaturg an den Münchner Kammerspielen. Er schreibt Theaterstücke und
Hörspiele und lebt in München.
Was wir
erben von Björn Bicker ist bei Kunstmann erschienen.
(JK 06/13)

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