Anthony McCarten: Ganz normale Helden (Diogenes)

Neuseeland, Ehrengast bei der Frankfurter Buchmesse 2012

Das Hamburger Abendblatt warnt vor diesem Autor: „McCarten zerreißt einem das Herz!“ Die Weltwoche gibt sich abgebrühter: „Große Literatur halt“. Anthony McCarten wurde 1961 am Fuße des Vulkans Mount Taranaki in Neuseeland geboren. Sein weltweiter Theatererfolg Ladies Night wurde als unautorisierte Filmadaption Ganz oder gar nicht ein gefeierter Blockbuster. Nach seinen fulminanten Kritiker- und Publikumserfolgen Superhero, von dem der Hessische Rundfunk schwärmt: „Ein Diamant im Bücherregal“ und seit ein paar Wochen unter dem Titel Am Ende eines viel zu kurzen Tages im Kino, und Englischer Harem, über den der Stern schreibt: „wunderschön warmherzig“, legt Anthony McCarten jetzt mit Ganz normale Helden, erschienen bei Diogenes, erneut einen großen Roman vor.

Im Internet ist Jeff ein Star, verdient viel Geld, vor allem aber kann er hier gegen die Geister kämpfen, die ihn nicht loslassen: Schule, Mädchen und den Tod seines Bruders. Sein Vater will nicht noch einen Sohn verlieren und loggt sich in die ihm fremde Welt der unbegrenzten Möglichkeiten ein. Dabei begreift er auch, was in der alten Welt wirklich wichtig ist. Die Fortsetzung von Superhero.

Ein Jahr lang hat Jeff Delpe, 18, versucht, seinen Eltern über den Tod seines jüngeren Bruders Donald hinwegzuhelfen. Jetzt hat er die Schnauze voll. Denn sein Vater Jim sieht die Rettung nur in einem Umzug aufs Land, und Mutter Renata chattet – mit einem Unbekannten namens Gott. Da taucht Jeff unter. Spurlos. Seine neue Adresse lautet: www.lifeoflore.com, wo er der große Star eines Onlinespiels ist und damit viel Geld verdient. Um nicht auch noch seinen zweiten Sohn zu verlieren, sucht der verzweifelte Vater ihn schließlich an dem Ort, der ihm fremder ist als jeder andere. Er schleicht sich in Jeffs neue Welt ein ... und stiftet Chaos, am allermeisten in sich selbst. Denn während er sich online Level für Level in die Sphären seines Sohnes hochkämpft, fällt er offline immer tiefer, droht seinen Job und seine Frau zu verlieren. Ist dies das Ende von Familie Delpe? Ganz im Gegenteil.

 „Nach seinen Romanen“, freut sich Die Zeit, „traut man sich zu, das Leben, die Liebe neu zu definieren“.

Ganz normale Helden von Anthony McCarten ist im Diogenes Verlag erschienen.
(JK 09/12)

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