Brian McGilloway: Aufstand der Gerechten (Dumont)

Bei Dumont ist ein weiterer Inspektor-Devlin-Roman des nordirischen Autors Brian McGilloway mit dem Titel Aufstand der Gerechten erschienen.

In den Überresten einer abgebrannten Scheune wird die Leiche eines Drogendealers gefunden. Der Mann wurde offenbar ermordet, und Inspektor Benedict Devlin verdächtigt die Bürgerwehr der Umgebung – ehemalige Söldner, die ihre Gruppe „Der Aufstand“ nennen und sich dem Kampf gegen Drogen verschrieben haben. Kurze Zeit später wird ein junger Mann tot an die Küste gespült. Er war vollgepumpt mit Kokain, und Devlin ist entsetzt, als sich herausstellt, dass es sich um den Sohn einer ehemaligen Kollegin handelt.

Als ein weiterer Mann tot aufgefunden wird, ahnt Devlin, dass hinter dieser Flut von Toten mehr stecken muss als der Aktionismus einer Bürgerwehr. Doch gerade, als es so aussieht, als ob Devlin der Wahrheit auf die Spur komme, hebt eine persönliche Krise sein Familienleben aus den Angeln – und die Kompromisse, die sein Beruf ihm abverlangt haben, holen ihn ein…

Brian McGilloway hat mit seinem Inspektor Devlin eine Figur erschaffen, die nicht den Konventionen des Genres entspricht. Er ist kein misanthropischer Alleingänger mit Suchtproblemen. Ebenso wenig ist er ein Frauenheld, der jede Frau bekommt und dann Probleme hat, ihr treu zu bleiben. Inspektor Devlin ist glücklich verheiratet, hat zwei Kinder, keine Suchtprobleme und ist nicht zynischer als jeder andere Polizist in seinem Rang.

Aufstand der Gerechten ist der vierte Devlin-Roman, in dem Persönliches und Politisches aufeinander trifft. Das Politische verkörpern die Bürgerwehr und die nach dem Karfreitagsfriedensprozess in Nordirland herrschenden Konflikte. Das Persönliche wird dieses Mal von Devlins Tochter eingebracht, die sich  in den Sohn eines freigelassenen Häftlings verliebt, was Devlin in Gewissenskonflikte bei seinen Ermittlungen bringt.

Dafür dass die Geschichte mit Ausbrüchen an Gewalt und Mord gewürzt ist und McGilloway in einem knappen, schmucklosen Stil in der Tradition des klassischen Crime Noir schreibt, benutzt er die Gewalt jedoch nie grundlos und in reißerischer Art. Ebenso wenig hintergeht er den Leser, indem der Inspektor in seiner Methodik der Aufklärung nicht auf Vermutungen oder Bauchgefühl angewiesen ist. Stattdessen findet man in den Geschichten realistische und dabei sehr unterhaltsame Polizeiermittlungen. Abschließend ist festzustellen, dass sich McGilloway sich mit jedem Roman um Inspector Devlin verbessert.

Brian McGilloway wurde 1974 in Derry in Nordirland geboren und unterrichtet dort Englisch am St Columb’s College. Er lebt mit Frau und zwei Söhnen ganz nahe der Borderlands.

Aufstand der Gerechten von Brian McGilloway ist bei Dumont erschienen.
(JK 11/12)

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