Vom argentinischen Autor
Eduardo Sacheri hat Bloomsbury Berlin seinen Roman In ihren Augen
veröffentlicht.
Buenos Aires, 30. Mai
1968. Eine junge Frau wird vergewaltigt und erschlagen. Dem Justizbeamten
Benjamín Chaparro gelingt es, den Mörder zu überführen, der Fall scheint
abgeschlossen – bis die Militärjunta sich einmischt. Fünfundzwanzig Jahre
später, im Ruhestand, beschließt Chaparro, die Ereignisse von damals in einem
Buch zu verarbeiten – ohne zu ahnen, wie sehr ihn die Vergangenheit noch einmal
einholen wird.
Sacheri erzählt eine
einfache Geschichte mit starken Bildern. Der Autor hält die Geschichte geschickt
bei Atem, entwickelt Szenen mit großen Spannungsmomenten. Er legt den Finger
auf die wunden Stellen der argentinischen Gegenwart in Bezug auf die Frage von
Amnestie und lebenslanger Haft. Klug, warmherzig und mit einem feinen,
selbstironischen Unterton erzählt Eduardo Sacheri seine packende Geschichte
über Gewalt, Obsessionen und die Verstrickungen von Justiz und Politik. Es ist
aber auch die Geschichte über Liebe: gekränkte Liebe, freundschaftliche Liebe.
Und eine Liebe, die über den Tod hinaus währt.
Eduardo Sacheri wurde
1967 in Buenos Aires geboren. Er ist Professor für Geschichte und unterrichtet
an Universitäten und Gymnasien. Mitte der 1990er Jahre las der Radiomoderator
Alejandro Apo drei Erzählungen des bis dato unbekannten Autors in seiner Sendung
Todo con afecto vor. Das Publikum fragte begeistert, wo es diese und
andere Geschichten nachlesen könne. So erschien im Jahr 2000 der Erzählungsband
Esperándolo a Tito, von dem bis heute mehr als 30 000 Exemplare verkauft
wurden. Es folgten zwei weitere Erzählbände sowie die beiden Romane La
pregunta de sus ojos (verfilmt von Juan José Campanella und im März 2010
mit dem Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ausgezeichnet) und Aráoz
und die Wahrheit.
In ihren Augen von Eduardo
Sacheri ist bei Bloomsbury Berlin erschienen.
(JK 12/12)

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