Großstadtleben in Zeiten
der Finanzkrise: Jedes Haus in der Südlondoner Pepys Road hat viel Glück, Liebe
und Leid gesehen. Anhand der Leben der Bewohner dieser mehr oder weniger
normalen Straße zeichnet John Lanchester in seinem neuen Roman Kapital,
der bei Kett-Cotta erschienen ist, ein hochaktuelles Panorama unserer
Gegenwart.
Alle Bewohner der Pepys
Road suchen nach ihrem Glück: Roger Yount ist ein erfolgreicher Banker – mit zwei
Kindern und einer verwöhnten Ehefrau. Dass er nicht die erwartete 1 Million
Pfund Jahresprämie erhält, stürzt die Familie in eine Krise. Nebenan zieht die
senegalesische Fußballhoffnung Freddy Kamo mit seinem Vater ein. Wird ihm der
internationale Durchbruch in einem Premier-League-Club gelingen? Petunia Howe
lebte schon in der Pepys Road, als diese noch eine einfache Arbeiterstraße war.
Pakistanische Kioskbesitzer stehen unter Terrorverdacht, die nigerianische
Politesse ohne Arbeitserlaubnis schreibt Strafzettel und der polnische
Handwerker Zbigniew liebt die Frauen, und die Frauen lieben ihn. An einem ganz
normalen Tag liegt bei allen stolzen Eigenheimbesitzern dieser Straße eine
merkwürdige Nachricht im Briefkasten: „Wir wollen, was ihr habt.“
John Lanchester ist ein
gescheiter, den Vergnügungen nicht abgeneigter Universalgelehrter, ein
Schriftsteller, Romancier und Journalist, der weise und elegant über Essen,
Familie, Kultur, Technologie und Geld schreibt. Mit seinem neuen Roman Kapital
justiert er seine Sichtweise neu und zoomt heraus in ein größeres,
umfassenderes Bild, das uns zeigt wie das Zeitalter des schnellen Geldes nicht
nur gierige Spekulanten erfasst hat sondern auch die Gesellschaft, die um sie
herum gezüchtet wurde. Kapital ist ein Roman voller Mitgefühl, Humor und
Protagonisten, die man nicht mehr missen möchte.
John Lanchester, geboren
1962 in Hamburg, wuchs im Fernen Osten auf und arbeitete in England als Lektor
beim Verlag Penguin Books, ehe er Redakteur der London Review of Books wurde.
Daneben war er für Zeitungen und Zeitschriften wie Granta und The New Yorker tätig
sowie als Restaurantkritiker für The Observer und Kolumnist für The Daily
Telegraph. Er gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern und führenden
Intellektuellen Englands.
Kapital von John Lanchester ist bei Klett-Cotta erschienen.
(JK 11/12)

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