Mit Flammenkinder ist
bei Lübbe der dritte Roman des schwedischen Autorenduos Lars Kepler erschienen.
In einer Einrichtung für
suizidgefährdete junge Mädchen im Norden Schwedens wird eine Zwölfjährige
ermordet aufgefunden – aufgebahrt in einem Bett, mit beiden Händen vor dem
Gesicht. In der gleichen Nacht wird eine Krankenschwester brutal erschlagen.
Niemand hat etwas gesehen. Als in einem Zimmer ein blutverschmierter Hammer
gefunden wird, scheint der Fall aufgeklärt, doch das Mädchen, das dort lebte,
ist verschwunden. Ihm ist es gelungen, in einem Auto zu fliehen. Für die
Polizei beginnt damit ein dramatischer Kampf gegen die Zeit, denn in dem Wagen
saß ein kleines Kind. Das Auto wird kurze Zeit später in einem Fluss in der
Nähe entdeckt, und die Mörderin gilt auf tragische Weise als überführt. Nur
Kriminalkommissar Joona Linna ist skeptisch. Zu viele Fragen sind noch offen.
Was war das Mordmotiv? Und warum wurde eines der Opfer so merkwürdig
aufgebahrt?
Der dritte Fall für Joona
Linna zeigt, dass die Autoren offensichtlich ihren Rhythmus gefunden haben. Die
beiden ersten Bücher waren zwar gut erzählt doch gab es an dem bisweilen
absurden Handlungsstrang reichlich Kritik. Im dritten Buch scheint die Balance
da zwischen der wirklich guten Erzählgabe und einer Handlung, wo Spannung und
Gewalt subtil in den Alltag kriechen. Geschickt spielen Lars Kepler mit unseren
Erwartungen und unserem Glauben an das Unbekannte. Können die Toten wirklich
mit uns sprechen? Joona Linna ist natürlich wieder der hervorragende
Ermittlungsbeamter, der die Fäden zusammenbringen kann, wo seine Kollegen nur
ein Knäuel erkennen. Lars Kepler benutzt geschickt Schablonen für ihre Figuren,
die sehr geschickt aufgestellt sind, wenn die Spannung in der Handlung zunimmt.
Lars Kepler ist das
Pseudonym von Alexandra und Alexander Ahndoril. Das Ehepaar lebt mit seinen
drei Kindern in Stockholm.
Flammenkinder von Lars
Kepler ist bei Lübbe erschienen.
(JK 12/12)

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