Neuseeland,
Ehrengast bei der Frankfurter Buchmesse 2012
Janet Frames autobiographischer Roman Ein Engel an meiner Tafel, erschienen
bei Beck, erzählt die Lebensgeschichte einer der eigenwilligsten Autorinnen der
Weltliteratur. Die junge Janet Frame wächst unter ärmlichen und tragischen
Umstanden an der Küste Neuseelands auf: ihr Bruder erkrankt an Epilepsie, und
ihre beiden Schwestern ertrinken bei Badeausflügen. Nach einem
Selbstmordversuch in die Psychiatrie eingeliefert, rettet die junge Autorin nur
wenige Tage vor einer geplanten Hirnoperation ein Literaturpreis, und sie wird
nach acht Jahren entlassen. Ein Engel an meiner
Tafel liefert den Beweis für die lebensspendende Kraft der Literatur,
erzählt von einer Autorin, die ihr Leben dem Schreiben widmete und bis zum Ende
aus dieser Kraft schöpfte. Frames Autobiographie gehört zu den bedeutendsten
Beispielen für dieses Genre im 20. Jahrhundert.
Janet Frame wurde 1924 als drittes von fünf Kindern
eines Eisenbahnarbeiters in Dunedin, Neuseeland, geboren, wo sie 2004 auch
starb. Die Familienverhältnisse waren zum Teil tragisch, sie selbst wurde zu
Unrecht als Schizophrene über Jahre in Nervenheilanstalten behandelt, u. a. mit
Elektroschocks. Janet Frame ist Autorin von zwölf Romanen sowie fünf
Erzählungsbänden. Sie veröffentlichte Gedichte und ein Kinderbuch. Ihre
Autobiographie Ein Engel an meiner Tafel,
die von Jane Campion verfilmt wurde, gehört zu den bedeutendsten Beispielen für
dieses Genre im 20. Jahrhundert. Janet Frame zählte zu Lebzeiten zu den
Anwärterinnen für den Literaturnobelpreis.
Ein Engel an meiner Tafel von Janet Frame ist bei Beck erschienen.
(JK 09/12)

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