Neuseeland,
Ehrengast bei der Frankfurter Buchmesse 2012
„Patricia
Grace schreibt im Alphabet des Erinnerns und Bewahrens. Sie ist ein Mittler,
durch den Verborgenes sichtbar gemacht, aber auch Verschwindendes festgehalten
wird,“ urteilt der bekannte Autor und Journalist Ilja Trojanow in der Neuen
Zürcher Zeitung. Der Unionsverlag hat pünktlich zur Buchmesse eine Neuauflage
von Patricia Graces Roman Potiki herausgegeben.
Der alte Maori-Holzschnitzer konnte sein größtes
Lebenswerk, das Versammlungshaus mit den Ahnenfiguren, nicht vollenden; der
letzte Pfosten blieb leer. Und Toko, das Kind mit den hellseherischen Kräften,
empfängt eines Tages bedrohliche Visionen von der Zukunft seines Dorfes. So
kommt Unruhe in den magischen Kreislauf von Mensch und Natur, Tag und Nacht,
Leben und Tod in der Maori-Siedlung an der Küste Neuseelands. Der „Dollarmann“
taucht auf: Ein moderner Freizeitpark an der Küste verheißt Fortschritt und Einkommen.
Die Dorfgemeinschaft versucht den Bulldozern und der Verlockung des großen
Geldes zu widerstehen. Da wird Tokos Vision wahr: Die Dollarmänner überfluten
die Felder und den Friedhof, und eines Nachts steht sogar das heilige
Versammlungshaus in Flammen.
Patricia Grace, 1937 in Wellington, Neuseeland,
geboren, war viele Jahre Lehrerin und lebt heute auf dem Land ihrer Vorfahren
in Plimmerton. Ihr 1975 erschienene Erzählband Wairaki war die erste Veröffentlichung einer Maori-Autorin
überhaupt. Ihr erster Roman The Moon
Sleeps erschien 1978. Patricia Grace hat auch mehrere Kinderbücher in Maori
und Englisch geschrieben. Für den Roman Potiki,
ihr erstes Buch, das auf Deutsch übersetzt wurde, erhielt Patricia Grace 1994
den LiBeraturpreis. Der Roman Dogside
Story wurde 2001 mit dem internationalen Kiriyama Prize ausgezeichnet. 2006
erhielt sie den neuseeländischen Prime Minister's Award for Literary
Achievement für ihr Werk, das in der Entwicklung der Maori-Prosaliteratur eine
Schlüsselrolle spielt.
Potiki von Patricia Grace ist im Unionsverlag erschienen.
(JK 09/12)

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