Ein Buch über neue Moskauer Party-Generation hat der
russische Autor Sergej Minajew geschrieben. Neonträume heißt es, ist bei Heyne
als Taschenbuch erschienen, und beschreibt in aller Offenheit die Exzesse der
Neureichen: intensiv, schmerzhaft und
faszinierend. Minajew selber ist Teil der Moskauer Party-Generation.
Der junge Mirkin sieht gut aus, bekommt jede Frau,
hat immer Drogen. Hemmungslos jagt er in endlosen Moskauer Nächten dem
Vergnügen hinterher: von Party zu Party, von Koksline zu Koksline. Doch Mirkin
spürt die Leere seines Lebens. Mehr und mehr beginnt seine Welt zu
zersplittern.
Drogen, Sex und Geld, ein Leben auf der Überholspur
– in knapper, abgeklärter Sprache holt uns Minajew in die Vergnügungswelt der
Moskauer Superreichen. Er legt seinen Finger in die Wunde der russischen
Gesellschaft, er kritisiert die Verrohung der Gesellschaft und trifft damit ins
Schwarze. Seine Sprache ist möglicherweise nicht jedermanns Geschmack aber
selten hat jemand so treffend und krass
das Milieu niedergeschrieben.
Sergej Minajew studierte
Geschichte und Archivwesen, bevor er als Weinimporteur zum Millionär wurde.
Außerdem betreibt er einen Buchverlag, in dem u.a. die Werke von Frédéric
Beigbeder und Christian Kracht erscheinen. Mit Seelenkalt gelang ihm auf
Anhieb in seiner Heimat ein Millionenseller, der Roman wurde heftig diskutiert.
Er lebt in Moskau, wo er eine Fernsehsendung präsentiert.
Neonträume von Sergej Minajew ist bei Heyne als Taschenbuch erschienen.
(JK 10/12)

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