Abschied von wichtigen literarischen Stimmen: Urs Widmer (*21.05.1938 †02.04.2014)

Der Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Hörspielautor Urs Widmer, geboren am 21. Mai 1938 in Basel, ist am Mittwoch, 2. April 2014, nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren in Zürich gestorben.

„Es genügt nicht, wenn Literatur nur den Ist-Zustand schildert. Sie muss auch utopische Qualitäten haben. Man muss daran erinnern, dass die Welt einmal schön war.“ Urs Widmer

Urs Widmer galt als einer der vielseitigsten und erfolgreichsten Schweizer Schriftsteller der Generation nach Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch und zählt über die Grenzen der Schweiz hinaus zu den bekanntesten deutschsprachigen Gegenwartsautoren. 

Durch seinen Vater, den Literaturkritiker und Übersetzer Walter Widmer, kam er schon im Elternhaus in engen Kontakt mit der Literatur. Widmer schloss sein Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte in Basel, Montpellier und Paris 1966 mit einer Promotion über die deutsche Nachkriegsprosa ab. Danach arbeitete er als Verlagslektor im Walter Verlag, Olten, und im Suhrkamp Verlag, Frankfurt. Zusammen mit anderen Lektoren des Suhrkamp Verlags gründete er 1968 den Verlag der Autoren. Mit seinem Erstling, der Erzählung Alois, 1968 im Diogenes Verlag erschienen, wurde Urs Widmer selbst zum Autor. Der große Publikumsdurchbruch gelang ihm mit dem Roman Der Geliebte der Mutter (2000). Mittlerweile sind drei Dutzend Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Essays, Märchen, Klassikernacherzählungen und Poetikvorlesungen im Diogenes Verlag erschienen. Im Mai 2013 wurden zu Urs Widmers 75. Geburtstag seine Gesammelten Erzählungen aus über vierzig Jahren veröffentlicht und im September 2013 seine Autobiographie Reise an den Rand des Universums.

Urs Widmer wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem Jakob-Wassermann-Literaturpreis der Stadt Fürth 2014 (Verleihung am 18.5.2014), der Anerkennungsgabe der Stadt Zürich und dem Schweizer Literaturpreis.

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