Michael Degen liest im abaton Kino am Donnerstag, 5. März

abaton Kino. Oberes Kino
Donnerstag, 05.03.2015   20.00 Uhr 
Allendeplatz 3 / Ecke Grindelhof, Hamburg
Eintritt: 8 – 10 Euro

Wenn ein Stern vom Himmel fällt: Michael Degen liest aus seinem Buch Der traurige Prinz, das bei Rowohlt Berlin erschienen ist, und erzählt im Gespräch mit Wilhelm Trapp über seine Begegnung mit Oskar Werner.

Vaduz, 1983: Ein deutscher Schauspieler kommt nach einem Gastspiel-Auftritt mit einem Mann ins Gespräch. Staunend erkennt er die unverwechselbare Stimme – und erschrickt über das müde Gesicht: Es ist der weltberühmte Oskar Werner, Theatergott und oscarnominierter Filmstar. In dieser Nacht erzählt Werner sein erstaunliches Leben: ein Wiener Bub aus armen Verhältnissen, der früh an der „Burg“ spielte, der gegen die Nazis opponierte, desertierte und knapp dem Tod entkam. Später liegt Werner die Welt zu Füßen, er arbeitet mit Richard Burton, François Truffaut. Dann aber lehnt er Angebote etwa von Stanley Kubrick ab – aus künstlerischen Zweifeln, die er nur noch trinkend erträgt... Den jüngeren Kollegen wird diese Nacht verändern – er blickt in den Abgrund einer gequälten Seele, erkennt die Tragik des Ruhms. Michael Degen ist Oskar Werner (bekannt aus den Filmen Jules und Jim, Das Narrenschiff u.a.) wirklich begegnet. Packend erzählt er von jener Nacht, schildert Werners Leben, das durch finstere Zeiten, über Glanz und Triumph in die Selbstzerstörung führte. Und Michael Degen berichtet von anderen prägenden Erlebnissen, mit Gustaf Gründgens oder Ingmar Bergman. Fast eine künstlerische Autobiographie – neben Nicht alle waren Mörder das persönlichste Buch des großen Schauspielers und Autors.

Michael Degen, 1932 in Chemnitz geboren, Schauspieler und Schriftsteller, überlebte den Nationalsozialismus mit seiner Mutter im Berliner Untergrund. Nach dem Krieg absolvierte er eine Ausbildung am Deutschen Theater in Berlin. Er trat an allen großen deutschsprachigen Bühnen auf und arbeitete mit Regisseuren wie Ingmar Bergman, Peter Zadek und George Tabori zusammen. Seine Autobiographie Nicht alle waren Mörder (1999) wurde zum Bestseller, es folgten deren zweiter Teil, Mein heiliges Land (2007), und der Roman Familienbande (2011) über Michael Mann, den jüngsten Sohn der Familie Mann.

Der traurige Prinz von Michael Degen ist bei Rowohlt Berlin erschienen.

Eine Veranstaltung der Thalia-Buchhandlung Europapassage
(JK 03/15)

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