Der Roman Im
Auge des Feuers von Jorun Thørring, erschienen bei Dumont, ist der zweite
Roman mit dem samischen Ermittler Aslak Eira, Kriminalhauptkommissar bei der
norwegischen Polizei.
Tromsø, Oktober 2007: Johan Fjeld traut seinen Augen
nicht. Vor der Haustür steht Karl, sein Bruder, der 1969 bei einem Brand ums
Leben kam. Davon war Johan zumindest bis jetzt fest überzeugt. Doch Karl lebt.
Wer aber liegt auf dem Friedhof? Und warum kehrt Karl gerade jetzt zurück? Als
Karl wenige Tage später tot aufgefunden wird, steht Johan unter Mordverdacht.
Doch dann gibt es weitere Leichen in der nordnorwegischen Stadt – und der
sympathisch-eigenwillige Ermittler Aslak Eira, ein Same und alleinerziehender
Vater, steht vor vielen Rätseln. Für die Lösung muss er weit zurück in der
Zeit, hinein in die Geschehnisse rund um den Brand im Mai 1969.
Die Idee der norwegischen Autorin Jorun Thørring einen
Ureinwohner Lapplands, den Samen Aslak Eira als Helden ihrer Krimis auszuwählen
ist ein origineller Einfall. Sie hat mit ihm eine sympathische und interessante
Figur geschaffen. Der Plot ist nicht allzu sehr verschachtelt und lässt sich
gut lesen. Es gibt eine Menge Geheimnisse und Jorun Thørring legt auch genügend
falsche Spuren. Dennoch ist die Auflösung am Ende ein wenig eindimensional
geraten und man könnte hier mehr Einbeziehung
des Lesers fordern. Nichtsdestotrotz ist das Buch gelungene Krimiunterhaltung.
Jorun Thørring, 1955 im norwegischen Tromsø geboren,
lebt als Gynäkologin in Trondheim. 2005 veröffentlichte sie den Thriller Schattenhände, in dem die Gerichtsmedizinerin
Orla Os ermittelt. Kein Zeichen von
Gewalt ist der zweite Teil dieser
Serie. Glaspuppen, der erste Fall
rund um den Ermittler Aslak Eira, erschien 2008.
Im Auge des Feuers von Jorun Thørring ist bei Dumont erschienen.
(JK 06/11)

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