Matthias Frings: Ein makelloser Abstieg (Aufbau Verlag)

Eine Geschichte aus der sensationsheischenden Medienwelt hat Matthias Frings in seinem neuen Roman Ein makelloser Abstieg beschrieben, der im Aufbau-Verlag erschienen ist.

Der Fernsehmoderator Simon Minkoff kann nicht mehr auf die Straße gehen, ohne sofort von Fotohandys ins Visier genommen zu werden. Doch es ist nicht nur die fehlende Privatheit, die ihn an seinem Beruf stört. Im Lauf der Jahre sind ihm Quotendruck, Sparzwang und die Gästeauswahl nach Marketinggesichtspunkten immer suspekter geworden. Als er die Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises moderiert, kommt es zum Eklat. Minkoff schmeißt hin. Von heut auf morgen und ohne jede Erklärung. Sofort ist ihm die Presse auf den Fersen, und Minkoff flieht mit seiner Frau Vivian. Doch auch sein Privatleben ist zerrüttet: Nach und nach begreift Simon, dass Vivian schwer alkoholkrank ist. Er zieht aus und beginnt ein völlig neues Leben jenseits der Öffentlichkeit. Doch ganz so privat ist er nicht: Der junge Journalist im Haus gegenüber begreift nach einiger Zeit, welch lukrative Geschichte sich ihm hier bietet. Minkoffs Geheimnisse werden ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Oder trügt der Schein? Steckt vielleicht eine ganz andere Geschichte hinter der Geschichte?

Matthias Frings ist ein Insider. Er weiß mehr als genau, wovon er schreibt. Das selbst gewählte Korsett gerät dem Promi in der Medienwelt schnell zu einer Zwangsjacke. Aber was passiert, wenn man aussteigen will. Ist man einmal in die Mühle geraten, kann man sich nicht so schnell aus ihr verabschieden. Frings hat mit dieser Mischung seinen ersten Romanstoff gefunden und es ist ihm gute Unterhaltung gelungen. Bissig beobachtet er das Leben seiner Protagonisten, fängt die schamlose Atmosphäre des Milieus unbarmherzig ein mit ihrem „mehr Schein als Sein“.  Frings nutzt die Figuren, um im Plauderton die Maske herunter zu reißen. Matthis Frings hat einen Roman geschrieben, der leicht daher kommt, unterhält und wo man den Autor quasi im Geiste mit spitz lächelndem Mund die Strippen ziehen sieht – wie fast im richtigen Leben.

Matthias Frings, 1953 in Aachen geboren, war Journalist und Fernsehmoderator und lebt als Schriftsteller in Berlin. Er studierte Anglistik, Germanistik und Linguistik. In den 80er Jahren veröffentlichte er mehrere erfolgreiche Sachbücher, darunter Liebesdinge. Bemerkungen zur Sexualität des Mannes. Ab 1986 arbeitete er als Radiomoderator beim SFB. Von 1993 an war er Redaktionsleiter und Fernsehproduzent. Bekannt wurde er als Moderator der Sendung Liebe Sünde.

Ein makelloser Abstieg von Matthias Frings ist im Aufbau-Verlag erschienen.
(JK 06/11)

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