Seit zwanzig Jahren gibt es die Reihe um Detective
Harry Bosch. Jetzt ist mit dem Buch Neun
Drachen ein neuer Fall – der fünfzehnte – von Michael Connelly bei Knaur
erschienen.
Im Moloch Los Angeles lässt der nächste Mord nicht
lange auf sich warten: Mr. Li, der chinesische Besitzer eines Liquor Store,
wird erschossen. Zunächst sieht alles nach einem gewöhnlichen Raubüberfall aus.
Doch Detective Harry Bosch ist sich schnell sicher, dass es in Wirklichkeit um
Schutzgelderpressung und die schmutzigen Geschäfte chinesischer Triaden geht.
Sein Verdacht bestätigt sich auf grausame Weise: In Hongkong wird Harrys
15-jährige Tochter Madeline entführt, die dort seit der Scheidung mit ihrer
Mutter lebt – und Harry muss mit allen Mitteln um ihr Leben kämpfen.
Die Fans der Reihe haben auf den Fall bereits
gewartet und werden ihn verschlingen. Doch zeigen sich schleichende
Ermüdungserscheinungen, so ist die Handlung etwas unübersichtlich geraten und
nicht immer sind die Konsequenzen für den Leser unmittelbar verständlich. Es
braucht ein wenig Zeit, bis der Krimi in Fahrt kommt. So bleibt am Ende, dass
der fünfzehnte Band gut unterhält aber nicht der stärkste der Reihe ist.
Michael Connelly, geboren 1956 in Philadelphia,
studierte zunächst Journalismus und Kreatives Schreiben in Florida.
Anschließend ab 1980 arbeitete er für verschiedene Zeitungen in Fort Lauderdale
und Daytona Beach, wo er sich auf Polizeireportagen spezialisierte. Nachdem
1986 eine seiner Reportagen für den Pulitzer Preis nominiert worden war, wechselte
er als Polizeireporter zur Los Angeles Times. Für sein Thrillerdebüt, Schwarzes Echo, den ersten Band der
Harry-Bosch-Serie, erhielt er 1992 auf Anhieb den Edgar Award, den
renommiertesten amerikanischen Krimipreis. Zahlreiche Bestseller folgten, die
ihn zu einem der erfolgreichsten Thrillerautoren der USA machten. Heute lebt er
mit seiner Familie wieder in Florida.
(JK 05/11)

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