Elmore Leonard lässt in seinem Roman Dschibuti, der bei Eichborn erschienen
ist, eine toughe und erfolgreiche
Filmemacherin am Horn von Afrika auf Piraten, Terroristen und andere
zwielichtige Typen treffen.
Dara Barr, Mitte dreißig, macht Dokumentarfilme, die
besten: Oscar, Goldene Palme in Cannes – was es so gibt, sie hat es gewonnen.
An ihrer Seite ist Xavier LeBo, engster Vertrauter, Kameramann und allgemein
ein cooler Typ. Die beiden sind nach Dschibuti gekommen, um Bekanntschaft mit
den Piraten des Roten Meeres zu schließen. Sie bekommen als Zugabe: einen
Ölmilliardär, einen Segeltörn in gefährlichen Gewässern, ein Fashion-Model mit Heiratsplänen,
einen Al-Qaida-Terroristen, der unbedingt etwas Großes in die Luft jagen will.
Und einen entführten Tanker, der randvoll mit Flüssiggas gefüllt ist. Dara und
Xavier fragen sich, ob sie den Film wirklich als Doku drehen sollen oder doch
lieber als Hollywood-Thriller. Und wie sie bis dahin am Leben bleiben.
Elmore Leonards neuer Roman ist alles andere als
geradlinig sondern bietet eher einen verschachtelten Plot. Wie immer bestechen
seine Dialoge und die klar konturierten Figuren Elmore Leonard führt die
islamischen Piraten und Terroristen vor als das, was sie sind: gewöhnliche
brutale Kriminelle auf der Suche nach Beute, um letztendlich in dem
herrschenden Chaos zu überleben.
Elmore John Leonard jr., 1925 in New Orleans
geboren, schrieb schon als Jugendlicher seine ersten Kurzgeschichten. Er
studierte in Detroit Englisch und Philosophie, veröffentlichte 1953 seinen
ersten Roman — einen Western. Seitdem hat er mehr als 40 weitere Bücher
geschrieben, rund die Hälfte der Stoffe wurde fürs Kino oder Fernsehen
adaptiert. Die Washington Post bezeichnet Elmore Leonard als „nationales
Denkmal“ — auf einer Stufe mit Originalen wie Willie Nelson. Stephen King nennt
ihn einfach nur „Daddy Cool“. Leonard wandte sich erst in den 1970er-Jahren
Krimis zu, auf ein Genre ist er bis heute nicht festzulegen. „Manche Autoren
weigern sich, ihre Bücher verfilmen zu lassen“, sagte Leonard kürzlich dem
Nachrichtenmagazin Time. „Ich finde das verrückt. Verfilmungen können gut sein
— und richtig Geld einbringen.“ Seit 1957 entstanden mehr als 20 Filme nach
seinen Büchern.
Dschibuti von Elmore Leonard ist bei Eichborn erschienen.
(JK 12/11)

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