Der Peter Hammer Verlag hat ein Buch des
kenianischen Autors Ngugi wa Thiong'o aufgelegt, es heißt Verbrannte Blüten.
Im kenianischen Dorf Ilmorog kommen bei einem
Brandanschlag drei Direktoren einer Brauerei ums Leben. Drei Verdächtige werden
inhaftiert. Im Zuge der Ermittlungen erzählt der Dorflehrer Munira von den
Lebenswegen der Verdächtigen und erweckt dabei nach und nach die Geschichte
Ilmorogs zum Leben. Dabei erweist sich das Dorf als der Mikrokosmos, in dem
sich eindrücklich die wechselvolle Geschichte Kenias spiegelt.
In die Zeit Kenias nach der Staatsgründung hat Ngugi
wa Thiong'o seinen Roman platziert und es ist ein politisch wichtiges Buch. Als
Roman macht es Ngugi wa Thiong'o seinen nicht-afrikanischen Lesern schwer. Es
ist ein sehr ungewöhnlicher Erzählstil, der einen den Handlungsstrang nicht
immer einfach folgen lässt. Uwe Walter von der Basler Zeitung schreibt: „Ngugi
hat einen im besten Sinne politischen Roman geschrieben. Seine Romanfiguren
zeugen von einer leidenschaftlichen Humanität, überragender Menschenkenntnis
und beeindruckender Einfühlungsgabe.“ Für den Afrikainteressierten ist das Buch
ein Muss, für Romanliebhaber empfehlen sich andere Bücher des Autors.
Ngugi wa Thiong'o, geboren 1938 in Limuru/Kenia,
zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern Afrikas und ist einer der Favoriten
für den Literaturnobelpreis. Er studierte an der Makerere Universität in
Kampala/Uganda und an der University of Leeds/Großbritannien. Dort
veröffentlichte er 1964 seinen ersten Roman Weep
not, Child. Ngugi schreibt seit 1978 in seiner Muttersprache Kikuyu. Seine
Theaterstücke und Bücher, die alle ins Englische und viele andere Sprachen
übersetzt wurden, waren in Kenia wegen ihrer Kritik an der postkolonialen
Regierung verboten und brachten dem Autor Folter und Gefängnis ein. Anfang der
80er Jahre fand Ngugi politisches Asyl in England. Er lehrte als Professor an
Universitäten in Afrika, England und den USA.
Verbrannte Blüten von Ngugi wa Thiong'o ist im Peter Hammer Verlag erschienen.
(JK 12/11)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen