In V.K. Ludewigs Roman Ashby
House, erschienen bei dtv, ist nichts, wie es scheint.
Ashby House, in der Nähe
von Land´s End gelegen, steht schon lange auf einer streng vertraulichen Liste
der gefährlichsten Orte mit paranormaler Aktivität in Großbritannien. An einem
frostigen Januartag erwartet Ashby House friedlich seine neue Besitzerin, die
weltberühmte Fotografin Lucille Shalott, die sich, nach einem Unfall an den
Rollstuhl gefesselt, von der glamourösen Welt Hollywoods zurückziehen will.
Lucille reist in Begleitung ihrer Schwester Laura an, mit der sie in
abgrundtiefem Hass verbunden ist. Kaum angekommen, ist Lucille plötzlich wie
vom Erdboden verschluckt. Laura, von Lucilles Verschwinden unangenehm berührt,
macht sich mit Butler Steerpike auf die Suche nach ihr. Als sie in den
verbotenen zweiten Stock mit dem legendären Turmzimmer vordringen, erwacht
Ashby House schlagartig zu eigenem Leben und geht zum Gegenangriff über.
Was wie ein Schauerroman
startet, entwickelt sich im Verlauf zu einer Abrechnung mit der Welt der
Schönen, Schicken und Reichen heutzutage, indem die Ära Hollywoods aus den 30er
und 40er Jahren als Spiegel wiederaufersteht. Mit viel hintergründigem
Sarkasmus zeichnet Ludewig die Glamourwelt und liefert dem Leser einen
Unterhaltungsroman mit viel Augenzwinkern.
V. K. Ludewig betätigte
sich nach seinem Anglistikstudium u.a. als Manager eines Indie-Labels, Ghostwriter,
Übersetzer, Redakteur, Fernseh- und Buchautor. 2000 erschien sein Ratgeber Nur
nicht aus Liebe weinen?, der zu einem Klassiker der schwulen
Selbsthilfeliteratur wurde. Ashby House ist sein Debüt als Romanautor.
Ashby House von V. K. Ludewig ist bei dtv erschienen.
(JK 06/12)

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