Elmer Mendoza: Das pazifische Kartell (Suhrkamp)

Zwischen dunkler Vergangenheit und heilloser Gegenwart kämpft sich Detective Edgar Mendieta in Elmer Mendozas Krimi Das pazifische Kartell, der bei Suhrkamp erschienen ist, durch eine Welt, in der die Grenze zwischen Gut und Böse längst im Wüstenstaub versandet scheint.

Die Königin der Stripperinnen ist tot. Detective Edgar Mendieta, der in seinen besseren Tagen keine bloß platonische Beziehung zu der Edelprostituierten unterhielt, ermittelt in einer vom Drogenkrieg zerstörten Stadt. Doch die früheren Verehrer der Toten – Drogenhändler, korrupte Polizisten, FBI-Agenten – bringen ihn nicht weiter. Bis eine weitere schicksalsträchtige Frau aus Mendietas früherem Leben auftaucht: Samantha Valdés, inzwischen Chefin des legendären Pazifischen Kartells. Nur sie kann ihm helfen. Aber kann er ihr vertrauen?

Vordergründig kann man dem Autor bescheinigen, dass er sehr gute Kriminalromane schreibt, ein Genre, das er mit überwältigender Leichtigkeit beherrscht. Doch schaut man genauer, dann benutzt der Autor dieses Genre auch, um mit Klarheit über den aktuellen Zustand der mexikanischen Gesellschaft und der individuellen menschlichen Existenz zu sprechen. Mendoza hat einen dichten Roman verteilt auf 44 Kapitel geschrieben, der dem Leser Aufmerksamkeit abverlangt, denn zahllose Figuren tauchen in den Handlungen der einzelnen Episoden auf. Die Art und Weise des Schreibens von Elmer Mendoza beeindruckt und ebenso seine Fähigkeit, einen unglaublich komplexen Rahmen zu handhaben. Er integriert seine Handlung in schnelle Dialoge, verwendet genüsslich schwarzen Humor und Ironie. Eine Ironie, die er klug einsetzt, um Schlussfolgerungen über die Rolle des Menschen in dieser Welt aufzuzeigen.

Elmer Mendoza wurde 1949 in Culiacán (Mexiko) geboren. Er ist Professor für Literatur an der Universität von Sinaloa und Autor von Erzählungen und Kriminalromanen, für die er zahlreiche Literaturpreise erhielt.

Das pazifische Kartell von Elmer Mendoza ist bei Suhrkamp erschienen.
(JK 07/12)

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