Das Buch Fifa-Mafia
von Thomas Kistner, erschienen bei Droemer, beschreibt pünktlich zur EM in
Polen die Kriminalgeschichte des weltgrößten Sportverbandes.
Fifa-Mafia erzählt, wie unter dem
Denkmäntelchen, die schönste Nebensache und alle vier Jahre das größte
Sportereignis der Welt zu den Menschen zu bringen, sich über die letzten vier
Jahrzehnte eine weitgehend korrupte Clique an die Spitze dieses Verbandes
gesetzt hat. Das Buch zeichnet die Entstehung des Netzwerkes des aktuellen
Fifa-Präsidenten Sepp Blatter nach und schildert die Tricks und
Durchstechereien, mit denen lukrativste Rechte verschoben, finanzielle
Kickbacks ergaunert, eigene Leute bezahlt und/oder in Position gebracht worden
sind. Es erzählt von schmutzigen Wahlkämpfen, schmutzigen WM-Vergaben, den
hilflosen Sponsoren und der teils manipulativen, teils opportunistischen
Politik. Der Weltfußball als ein einziger, gigantischer Interessenskonflikt.
Thomas Kistner,
Sportredakteur der Süddeutschen Zeitung, berichtet seit mehr als zwanzig Jahren
über die kriminellen Machenschaften im und um das Milliardenunternehmen Fifa.
Sein Buch ist die Summe dieser Recherche. Er macht bislang unbekannte Seiten
des Weltfußballs und seines Verbandes öffentlich, wie den Verlust des
Bälle-Symbols der Fifa, die besondere Vernetzung dieses Verbandes nach
Schweizer Vereinsrecht mit Interpol und Security-Firmen und die Entstehung
eines neuen global ausgerichteten Sport-Sicherheitsdienstes in Katar. Kistner
schildert erstmals die Jagd auf korrupte WM-Bewerber durch gescheiterte
Konkurrenten, er berichtet von FBI-Ermittlungen rund um den Fußball und die
Wettspielszene, von der Jagd auf eine CD mit sensiblen Bankdaten von hohen
Fußballvertretern.
Eigentlich ist Kistners
Buch zum Heulen. Man hat ja bereits viel von dem Sumpf der FIFA vermutet, aber
es ist noch schlimmer als bereits geahnt. Hervorragend recherchiert demaskiert
die Allmacht Sepp Blatters, ein Wirtschaftskrimi erster Güteklasse. Ohnmächtig
wütend macht das Buch, insbesondere weil Kistner vorführt, dass dieses Geflecht
nicht zu durchschlagen ist, weil im Grunde alle an den Schalthebeln der Macht
involviert sind und auf die eine wie die andere Weise davon profitieren.
Thomas Kistner, geboren
1958, ist Redakteur der Süddeutschen Zeitung und zuständig für Sportpolitik. Er
wurde unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet, war 2006 „Sportjournalist
des Jahres“ und ist international einer der renommiertesten investigativen
Journalisten im Bereich Sportpolitik und organisierte Kriminalität im Sport.
Kistner kommentiert regelmäßig auf Deutschlandfunk und ist mit den Themen
Doping und Korruption im Sport gefragter Gast in TV-Talk-Shows.
Fifa-Mafia von Thomas
Kistner ist bei Droemer erschienen.
(JK 07/12)

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