Das Gesetz
der Gier, der neue bei C. Bertelsmann erschienene Kriminalroman von Wolfgang Kaes
zeigt die brutale Seite der Globalisierung und wirft die Frage auf, was Mode
mit Moral zu tun hat.
In Istanbul sterben unzählige junge Arbeiter an
Staublunge. Sie alle waren mit der Produktion von Designer-Jeans beschäftigt.
Ein türkischer Mediziner macht sich nach Köln auf, um mit dem Auftraggeber zu
sprechen. Vierundzwanzig Stunden später ist er tot. Kriminalhauptkommissarin
Antonia Dix wird bald klar: Auch in der Modebranche gilt das Gesetz der Gier.
Es geht um Profit, die Ware muss billig produziert werden. Das
Textilunternehmen plant deshalb, die gesamte Produktion ins Ausland zu
verlagern. Ein gefundenes Fressen für militante Globalisierungsgegner; doch
auch die sind keineswegs resistent gegen die Versuchung des Geldes. Ein alter
Buchhalter mit seinem Sinn für Gerechtigkeit macht jedoch allen einen Strich
durch die Rechnung.
Wolfgang Kaes hat für sein Buch exzellent
recherchiert. Die Fakten aus der globalisierten Textilindustrie fließen stimmig
in die Handlung ein und machen sie dadurch überaus realistisch. Gut gesetzte
Dialoge unterstreichen die Handlung und sorgen für Spannung, wie überhaupt sein
Erzählstil hervorragend ist. Dabei geht es dem Autor weniger um scheißtreibende
Action als vielmehr um eine glaubwürdige Handlung. Dies ist ihm allemal
gelungen und die Lektüre kling noch lange nach.
Wolfgang Kaes, geboren
1958 in der Eifel, finanzierte sein Studium mit Jobs als Waldarbeiter,
Lastwagenfahrer im Straßenbau, Taxifahrer und schließlich als Polizeireporter
für den Kölner Stadt-Anzeiger. Er arbeitete für das US-Nachrichtenmagazin Time,
schrieb Reportagen für den Stern und andere. Heute ist Wolfgang Kaes
Chefreporter beim Bonner General-Anzeiger.
Das Gesetz der Gier von Wolfgang
Kaes ist bei C. Bertelsmann erschienen.
(JK 11/12)

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